Schweine

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Ein Schweineleben in Deutschland

Jährlich werden in Deutschland über  5,5 Millionen Tonnen Schweinefleisch produziert. Um den pro Kopf Verbrauch von etwa 53 Kilogramm Schweinefleisch zu decken, müssen Sauen zwei bis dreimal im Jahr möglichst viele Ferkel werfen. Dabei verbringen sie einen Großteil ihres Lebens in engen Metallkäfigen auf Vollspaltenböden. Bereits nach drei bis vier Wochen werden die Ferkel von der Mutter getrennt und die Sauen erneut besamt. Sauen sind jedoch keine Gebärmaschinen. Mehr als ein Drittel der Tiere sind bereits nach zwei Würfen so kaputt, dass sie zum Schlachter müssen.

In ähnlich drangvoller Enge werden auch Mastschweine gehalten. Ein 50 bis 100 Kilogramm schweres Tier muss mit einem knappen Quadratmeter (0,75 qm) auskommen. Pro Jahr werden zwei bis drei Mastgänge durchgeführt. Die Hochleistungs-Schweine werden auf schnelles Wachstum und einen hohen Magerfleischanteil gezüchtet. Deshalb leiden die Tiere oft unter schmerzhaften Muskel- und Skelettkrankheiten, weil der Körper des Schweins nicht mehr in der Lage ist, das schnell wachsende Fleisch zu tragen und ausreichend zu versorgen. Zudem nimmt die Stressanfällig zu und viele Tiere erleiden auf dem Weg zum Schlachthof einen plötzlichen Herztod.

 Intelligente Tiere in erzwungene Beschäftigungslosigkeit

Schweine sind neugierige und intelligente Tiere. Deshalb benötigen sie Beschäftigungsmaterial wie zum Beispiel Stroh, damit sie ihrem natürlichen Drang zum Schnüffeln und Wühlen nachgehen können. Die reizarme Mastbox mit den Vollspaltenböden wird ihrem natürlichen Verhalten in keiner Weise gerecht. Aus Mangel an Beschäftigung zeigen die Tiere Verhaltensauffälligkeiten, denn sie können weder ihrem Bewegungsdrang noch ihrem Spieltrieb nachgehen. Deshalb sind Verhaltensauffälligkeiten wie zum Beispiel Stangenbeißen, Lehrkauen oder Schwanzbeißen an der Tagesordnung. Anstatt die Ursachen zu beheben, werden nur die Symptome bekämpft: Bei Ferkeln wird deshalb das schmerzhafte Schwanzkupieren und Zähneschleifen routinemäßig durchgeführt.

Schweine können außerdem hervorragend riechen. Die starken Ammoniakdämpfe, die von der Güllegrube unter den Spaltenböden austreten, belasten die Atemwege der Schweine zusätzlich.

Langfristig will PROVIEH erreichen, dass Schweine auch in der industriellen Massentierhaltung ihre angeborenen Verhaltensweisen angemessen ausüben können. Wer als Verbraucher Schweinefleisch essen will, sollte darauf Wert legen, dass die Tiere ein gutes und möglichst artgemäßes Leben führen konnten. Dazu gehört die Haltung in Gruppen- oder Familienverbänden, ein abwechslungsreicher Abferkelstall und ausreichend Stroh in jeder Box. Freilandhaltung wäre natürlich die optimale Lösung.

 

Dafür setzt PROVIEH sich ein:

 

  • Verbot von Kastration, Schwanzkupieren und Zähneschleifen
  • keine Sauenhaltung in Kastenständen
  • ausreichend große Buchten mit getrennten Funktionsbereichen (Fress-, Kot-, Aktivitäts- und Ruheplätze)
  • Abschaffung der Haltung auf Vollspaltenböden
  • ausreichend Einstreu und verhaltensgerechtes Beschäftigungsmaterial (zum Beispiel Stroh)
  • wirksame Kontrollen im Schlachthaus und Nachbetäubung in Zweifelsfällen
  • Förderung des gewerblichen Einsatzes von gesunden Robustrassen
  • Langfristig: Extensive Freilandhaltung in Familiengruppen mit Suhlen

 


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