14 tote Kühe an die Ostseeküste angespült

18.02.2014: Vom 29. Dezember bis 10. Januar wurden insgesamt 14 Kuhkadaver an die Ostseestrände von Dänemark und Schweden angeschwemmt. Aufgefunden wurden die Tiere mit teils zusammengebundenen Hufen und ohne Ohrmarken. Einigen Kühen wurden sogar die Ohren komplett abgeschnitten, was den Verdacht aufkommen lässt, dass die Täter eine Zuordnung der Kuhkadaver verhindern wollten. Untersuchungen haben inzwischen ergeben, dass die Kühe keinerlei Krankheiten gehabt hatten und teilweise mit Bolzenschussgeräten getötet wurden.

Die toten Tiere stammen nach derzeitigem Kenntnisstand von dem libanesischen Frachter „Abou Karim IV“. Das Schiff hatte am 27. Dezember des vergangenen Jahres den Nord-Ostsee-Kanal durchquert, um Kühe von der Ostküste der USA nach Litauen zu bringen. Im Golf von Biskaya ist die „Abou Karim IV“ vermutlich in einen Sturm geraten, bei dem die Kühe verendeten oder zumindest schwer verletzt wurden. Bei der Rückfahrt wurde der Frachter kurz vor der Einfahrt in den Nord-Ostsee-Kanal von der Kieler Wasserschutzpolizei gestoppt. Auf die Befragung des Kapitäns hin bestätigte dieser tatsächlich einige Tiere verklappt zu haben. Er gab jedoch an, dass dies bereits im Atlantik geschehen sei. Obwohl nach meteorologischen Untersuchungen die Verklappung in der Ostsee stattgefunden haben muss, konnte das libanesische Schiff seine Fahrt fortsetzen. Der Grund dafür sind fehlende Beweise in Form von Dokumenten oder Zeugen.

Das Verklappen toter Nutztiere ist im Atlantik erlaubt, in der Ostsee jedoch strafbar. Es muss ein Mindestabstand von 100 Seemeilen (ca. 185 Kilometer) zur Küste eingehalten werden.

Die in Hamburg gebaute „Abou Karim IV“ ist inzwischen wieder in ihrem Heimathafen in Beirut angekommen.

Die „Abou Karim IV“ ist jedoch kein Einzellfall. Jedes Jahr werden mehrere Millionen Tiere auf Transportschiffen zu ihren Endabnehmern verfrachtet. Die Nutztiere legen dabei oft Strecken von mehreren tausend Kilometern zurück. Gezüchtet und gemästet werden die Tiere in den Ländern, die am billigsten produzieren können. Anschließend werden die Lebewesen in die Länder verschifft, in denen sie geschlachtet werden.

Durch den Einsatz der Transportschiffe ergeben sich jedoch einige Probleme für das Tierwohl. Der für Kühe und Schafe ungewohnte schwankende Boden und die engen Stallungen sorgen für ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Auch die hohen Temperaturen, die im arabischen Raum vorherrschen, machen den Tieren schwer zu schaffen. Die Folge sind zahlreiche tote Tiere bei den Überfahrten.

Moderne Frachter können bis zu 125.000 Schafe oder 16.000 Rinder transportieren. Eines der größten Schiffe ist die „Becrux“, welche von Australien aus Nutztiere in die ganze Welt transportiert.

Christian Mädler

Fotos: © freeanimalpix


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