Toxisches Pflanzenschutzmittel im Fisch? Nicht mit uns!

12.09.2016: Vor allem Raubfische wie Lachse sind durch das an sie verfütterte Fischmehl, aber auch durch die pflanzlichen Futterbestandteile stark mit Schadstoffen belastet.

Doch damit nicht genug: Damit das Fischmehl nicht ranzig wird, fügt man dem Fischfutter das ursprünglich als Pflanzenschutzmittel eingesetzte Ethoxyquin zu. Wegen seiner Toxizität darf es in der EU seit 2011 nicht mehr in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Absurderweise ist es aber weiterhin als Tierfutterzusatzstoff erlaubt. Werden die Fische in Netzkäfigen gehalten, wie das bei Lachsen üblich ist, gelangt der Stoff ungehindert ins Meer. Die Auswirkungen von Ethoxyquin auf die Zuchtfische und auf andere Wasserlebewesen sind nach wie vor nicht erforscht.

Selbstredend findet man Ethoxyquin auch im verkauften Zuchtfisch. Grenzwerte für Ethoxyquin existieren zwar für Obst, Gemüse, Nüsse und Fleisch, nicht aber für Fisch.

Zuchtfische dürfen ganz legal beliebig stark mit Ethoxyquin belastet sein. Dies, obwohl neue Studien zum Schluss gekommen sind, dass Abbauprodukte von Ethoxyquin sowie darin vorkommende Verunreinigungen sehr wahrscheinlich krebserregend sind und selbst in unser Gehirn gelangen können.

Ende 2015 hätte die zuständige EU-Behörde EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) angesichts der alarmierenden Studien darüber entscheiden sollen, wie der Einsatz von Ethoxyquin geregelt werden muss. Ein endgültiger Entscheid steht nach wie vor aus, soll aber voraussichtlich Mitte September fallen. Dieser Entscheid wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch Auswirkungen auf nicht EU-Länder haben.

Susanne Hagen, Co-Geschäftsleiterin bei fair-fish

PROVIEH unterstützt den offenen Brief von fair-fish an die EFSA, damit dem Vorsorgeprinzip endlich genüge getan wird. Wir verlangen, dass die EFSA die Zugabe von Ethoxyquin zum Fischfutter so lange verbietet, bis dessen Unbedenklichkeit bewiesen wird.

Den offenen Brief können Sie hier einsehen.

Foto: © Marinephotodatenbank