Wie Wildpflanzen resistent gegen Glyphosat werden

Was die Gentechnik kann, kann die Natur auch

 

Durch Gentechnik wurden Nutzpflanzen wirtschaftlich wichtiger Arten wie Soja, Mais, Raps, Luzerne, Weizen und Baumwolle immun gegen das Pflanzengift Glyphosat gemacht. Werden solche Pflanzen mit Roundup oder einem anderen Glyphosat-haltigen Mittel gespritzt, bleiben sie gesund, während die „Unkräuter“ sterben, weil bei ihnen das Glyphosat das lebenswichtige Enzym EPSPS dauerhaft blockiert hat. 

Mittlerweile sind auf natürliche Weise schon „Unkräuter“ entstanden, für die das Glyphosat nicht mehr giftig ist. Sie haben von dem Gen, das für die Biosynthese von EPSPS unerlässlich ist, viele (bis über hundert) Kopien hergestellt und in ihr Erbgut eingebaut, das an die Nachkommen weitergegeben wird. So entstehen Populationen, in denen die einzelnen Pflanzen viel mehr EPSPS-Moleküle bilden als im Normalfall, so dass das Glyphosat nicht alle dieser Moleküle blockieren kann. Die nicht blockierten unter ihnen erhalten die Pflanzen am Leben. Diese Erkenntnis wurde schon 2011 erarbeitet durch Untersuchungen am „Unkraut“ Palmer-Amaranth, das in den USA gewaltige landwirtschaftliche Schäden anrichtet.

 

Sievert Lorenzen

27.03.2019

 

Quelle: Todd A. Gainesund andere: Mechanism of Resistance of Evolved Glyphosate-Resistant Palmer Amaranth (Amaranthus palmeri), publiziert im

Journal of Agricultural and Food Chemistry 59, Seiten 5886 - 5889, 2011.

Foto: voaldosta/Pixabay