Impfung gegen Ebergeruch im Öko-Landbau weiter ermöglichen

Naturland, Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz und PROVIEH zur Ferkelkastration:

Impfung gegen Ebergeruch im Öko-Landbau weiter ermöglichen

03.09.2020 ‒ Naturland, die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz und PROVIEH fordern die Bundesländer auf, ihren unkoordinierten Ausstieg aus der Impfung gegen Ebergeruch im Öko- Landbau bis zur endgültigen Klärung mit der EU-Kommission zurückzunehmen. Auf der Sonderagrarministerkonferenz Ende August haben die Bundesländer Bundesagrarministerin Julia Klöckner aufgefordert, die Vorschriften zur Impfung bis Anfang 2021 auf EU-Ebene zu klären.

Klarheit für Öko-Betriebe schaffen

Die EU-Kommission hat im Juni dieses Jahrs ihre rechtlich nicht bindende Auffassung zur Zulässigkeit der Impfung gegen Ebergeruch im Öko-Landbau mitgeteilt. Die Länderarbeitsgemeinschaft Öko- Landbau hat daraufhin beschlossen, die seit 2010 für den Öko-Landbau zugelassene Impfung zu verbieten. Auf der Sonderagrarministerkonferenz wurde ein weiteres Mal deutlich, dass die Bundesländer hier zutiefst gespalten sind. So haben sich neun Bundesländer für die Impfung ausgesprochen. „Die Bundesländer sind sich nicht einig, aber wir Öko-Schweinhalter benötigen Klarheit über die zulässigen Verfahren und nicht noch mehr Chaos “, empört sich Naturland Präsident und Öko-Schweinehalter Hubert Heigl.

Politik muss sich an eigenen Zielen messen

Die EU hat bereits 2011 beschlossen, bis 2018 aus der Ferkelkastration gänzlich auszusteigen. Dieses Ziel wurde bis heute nicht erreicht. Deutschland hat ein eigenes Staatsziel „Tierschutz" und beschlossen, zum 01.01.2021 aus der betäubungslosen Kastration auszusteigen. „Die Politik soll anfangen, ihre eigenen Beschlüsse ernst zu nehmen. Es ist daher komplett inkonsequent, die bereits bei zahlreichen Öko-Betrieben etablierte Impfung zu verbieten und die Betriebe zu zwingen, wiederchirurgisch zu kastrieren“; so Prof. Thomas Blaha, stv. Vorsitzender der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e. V.

Akzeptanz der Impfung gefährdet

Zahlreiche Experten sind sich einig, dass die Impfung gegen Ebergeruch neben der Ebermast die tierschonendste Alternative zur Kastration darstellt. Dass die Impfung ausgerechnet den Öko- Betrieben verwehrt werden soll, widerspricht der EU-Öko-Verordnung, in der das Tierwohl einen herausragenden Stellenwert besitzt. „Ein Verbot der Impfung, ausgerechnet im Öko-Landbau ist komplett absurd und würde darüber hinaus auch die Akzeptanz der Impfung im konventionellen Sektor auf Jahre hinaus gefährden. Damit wird ein reibungsloser Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration gefährdet. Deutschland wird im Tierschutz massiv zurückfallen“, so Patrick Müller, Hauptstadtreferat bei PROVIEH e.V.

 

 

Impfung gegen Ebergeruch im Öko-Landbau weiter ermöglichen

Gemeinsame Pressemitteilung von Naturland, Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz und PROVIEH zur Ferkelkastration

PDF zum Download

 

 

 

Ansprechpartner:

Sebastian Mittermaier, Naturland e.V.

E-Mail: s.mittermaier@naturland.de

Tel.: 0172. 65 98 38 7

 

Prof. Dr. Thomas Blaha, TvT e.V.

E-Mail: thomas.blaha@tiho-hannover.de

Tel.: 0196. 96 91 76 04

 

Patrick Müller, PROVIEH e.V.

E-Mail: mueller@provieh.de

Tel.: 0151. 20 43 09 47