Zeit zu zweit – für Kuh und Kalb. Neues Siegel auf Milchverpackungen zeigt ab dem 1. Oktober 2019 die kuhgebundene Kälberaufzucht an

Pressemitteilung

Am 1. Oktober 2019 geht ein neues Siegel in den Handel: Es steht für die kuhgebundene Kälberaufzucht. Das Gemeinschaftsprojekt der Demeter HeuMilch Bauern und des Nutztierschutzvereins PROVIEH ist bisher einzigartig in Deutschland und kann die Zukunft der Kälberaufzucht nachhaltig zum Positiven verändern.
 
„Gerade in der Milchwirtschaft sind die Kälber oft die Leidtragenden des Haltungssystems. Die Trennung und gesonderte Aufzucht fernab der Mutterkuh passt nicht in die Natur dieser sozialen Tiere, die tiefe Freundschaften zueinander eingehen können,“ sagt Stefanie Pöpken, Fachreferentin bei PROVIEH e.V.. „Deshalb ist die kuhgebundene Kälberaufzucht bei der Mutter oder Amme als besonders tiergerecht anzusehen. Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit den Demeter HeuMilch Bauern Kriterien für die kuhgebundene Kälberaufzucht definieren und einen echten Mehrwert im Bereich Tierwohl schaffen können.“
 
Bei der kuhgebundenen Kälberaufzucht nach den Mutter-Amme-Kalb (MAK)-Kriterien, verbleiben Mutter und Kalb nach der Geburt über die übliche Zeit hinaus zusammen. Die Kälber wachsen für mindestens vier Wochen bei der Mutter und/oder Amme auf. Die Kriterien müssen auf alle dem Betrieb angehörigen Tiere, weibliche wie männliche, angewendet werden. Die männlichen Kälber verbleiben auf den Höfen und werden später vermarktet. Langstreckentransporte lebender Tiere können somit verhindert werden. Die Demeter HeuMilch Bauern erhalten durch den Verkauf der Milch einen angemessenen Preis und garantieren dadurch die Einhaltung der Richtlinien und die hochwertige Aufzucht der Kälber. PROVIEH e.V. hat alle Höfe der Erzeugergemeinschaft besucht und bestätigt die Einhaltung der Kriterien.

„Wir sehen die mutter- und ammengebundene Kälberaufzucht als besonders wesensgemäße Art der Haltung an, denn sie kommt den Bedürfnissen der Kälber und ihren Müttern besonders entgegen. Der Sozialkontakt, das Belecken, die Körperpflege durch ihre Mütter und Ammen und das Saugen am Euter tun den Kälbern gut“, erklärt Rolf Holzapfel, Demeter Bauer und geschäftsführender Vorstand der Demeter HeuMilch Bauern.

Demeter HeuMilch Bauern: Der Demeter MilchBauern Süd w.V. hat sich im Juli 2013 gegründet und hat mittlerweile 31 Mitglieder aus den Regionen Allgäu, Bodenseekreis, Linzgau und Oberschwaben. Alle Betriebe sind sowohl Demeter- als auch Heumilch(gtS)-zertifiziert. Unter der Marke „Demeter HeuMilch Bauern“ erfassen sie die eigene Demeter-Heumilch und vertreiben sie an viele kleine und größere Molkereien in Süddeutschland. Sie arbeiten mit Käsereien und dem Handel auf Augenhöhe zusammen und entwickeln gemeinsam neue Produkte. Seit drei Jahren füllt die Erzeugergemeinschaft eigene Trinkmilch und Jogurt ab. www.heumilchbauern.de
 
PROVIEH e.V., gegründet 1973, ist Deutschlands ältester Fachverband für Nutztierschutz. Wir stehen für eine wertschätzende und artgemäße Tierhaltung ein und vertreten diese in der Politik, beim Lebensmittelhandel, in der Landwirtschaft und beim Verbraucher. Unsere Arbeit wird durch Spenden von Mitgliedern und Nichtmitgliedern finanziert, die unsere Arbeit vorantreiben wollen und sich eine Wende im Umgang mit landwirtschaftlich genutzten Tieren wünschen.
 


Weitere Informationen unter:


www.provieh.de/kuh-plus-kalb
www.kuhpluskalb.de
www.heumilchbauern.de

Die Mutter-Amme-Kalb-Kriterien in der kuhgebundenen Kälberaufzucht (MAK)

Ansprechpartner

PROVIEH e.V.
Stefanie Pöpken
Fachreferentin für Rinder
Handy: 0176. 320 375 90
E-Mail: poepken@provieh.de

Demeter MilchBauern Süd w.V.
Rolf Holzapfel, geschäftsführender Vorstand
Telefon: 07355. 4323601
E-Mail: info@heumilchbauern.de