PROKUH – Nein zu Wegwerfkuh und Wegwerfkalb!

Foto: Albrecht Fürtig, fotocommunity

Ziel dieser Kampagne ist die Verbesserung der Haltungsbedingungen von Milchkühen und ihrer Kälber.

Derzeit leben in deutschen Ställen rund 4,3 Millionen Milchkühe, die zusammen 31 Millionen Tonnen Milch pro Jahr „produzieren“. Damit liegt Deutschland EU-weit auf Platz eins in der Milchproduktion. Eine deutsche Hochleistungskuh kommt auf eine tägliche Milchmenge von 40 und mehr Litern.

Um eine durchgehend hohe Milchmenge zu produzieren, stehen die Tiere unter enormer körperlicher Belastung. Trotz hoher Kraftfuttergaben „verhungern die Kühe beinahe am vollen Trog“, da ein großer Teil der Nahrung für die Milchbildung verbraucht wird. Der stetige Milchfluss ist nur gewährleistet, wenn die Kühe jedes Jahr ein Kalb zur Welt bringen. Bereits nach zwei bis drei Geburten und Milchabgaben (Laktationen) ist eine Kuh mit vier bis maximal sechs Jahren körperlich verbraucht. Viele Tiere erkranken oder werden nicht mehr tragend. Als „wirtschaftlich unrentabel“ werden sie dann viel zu jung geschlachtet. Hinzu kommt, dass zehn Prozent der Kühe zum Zeitpunkt der Schlachtung tragend sind. Besonders tragisch dabei ist, dass das Kalb nach dem Tod der Mutter qualvoll ersticken muss.

Alljährlich kommen in Deutschland über vier Millionen Milchkälber zur Welt. Gleich nach der Geburt werden die meisten Kälber von ihren Müttern getrennt. Ein Teil der weiblichen Kälber geht in die Nachzucht. Die männlichen Kälber dieser Rasse sind für die Mast fast wertlos, denn sie setzen zu wenig Fleisch an.

Milchkühe und ihre Kälber werden aktuell in der „Tierschutznutztierhaltungsverordnung“ nicht berücksichtigt, das heißt es existieren bisher keine gesetzlichen Vorgaben zur Haltung von Milchkühen.

PROVIEH fordert gemeinsam mit der Welttierschutzgesellschaft die Aufnahme von Milchkühen in die Tierschutznutztierhaltungsverordnung.

 

PROVIEH setzt sich für eine artgemäße Haltung von Kühen mit ihren Kälbern ein. Auf dieser Karte sehen Sie, wo sich bereits Betriebe mit Ammenkuhhaltung oder muttergebundener Kälberaufzucht in Deutschland befinden.

 

 

Stand: Juli 2017