Pelztiere

Vor allem Nerze, Füchse, Chinchillas und Sumpfbieber, aber auch Hunde und Katzen sterben jedes Jahr qualvoll für die Mode. Für Mützen, Mäntel, Schals oder ähnliches werden im Jahr allein 32 Millionen Nerze getötet. So müssen für einen Pelzmantel 60, für eine Jacke etwa 40 Nerze sterben.

Während in Großbritannien und Österreich die Pelztierhaltung verboten ist, existieren in Deutschland immer noch 30 Farmen, auf denen bis zu 340.000 Tiere gehalten werden. EU-weit gibt es über 6.000 der sogenannten Pelztierfarmen. Der weltweit größte Produzent und Verarbeiter von Pelzen ist jedoch China. Es ist eins der wenigen Länder, das bisher noch keine gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz der Tiere hat. Hier werden auf unzähligen Pelztierzuchtanlagen Rot- und Eisfüchse, Marderhunde, Rexkaninchen, Hunde und Katzen für den Weltmarkt gezüchtet bzw. zusammengefangen.

85 Prozent aller gehandelten Pelze stammen aus sogenannten Pelztierfarmen. Hier werden die Tiere unter erbärmlichen Bedingungen gehalten, denn sie müssen ihr Dasein in engen Drahtkäfigen mit Drahtböden verbringen. Das führt zu starken Verletzungen, Dauerstress und ausgeprägten Verhaltensstörungen, wie z.B. stundenlanges Hin- und Herlaufen an den Käfigwänden oder Kannibalismus am eigenen Körper oder bei Artgenossen. Kot und Futterreste türmen sich unter den Käfigen – belastend, da Wildtiere über besonders gute Nasen verfügen. Die einseitige Zucht auf spezielle Farben führt außerdem zu genetischen Defekten. So sind z.B. alle weiß geborenen Nerze taub. Das Futter, ein Brei aus Schlacht- und Fischabfällen, Eintagsküken und anderem, wird für gewöhnlich einfach auf die Käfigdecke gegeben, wo die Tiere ihn dann ablecken können. Dadurch bleibt ihr Beiß- und Kautrieb unbefriedigt.

Zehn Prozent der Tiere sterben vorzeitig. Die Überlebenden werden etwa im Alter von sechs bis sieben Monaten „geerntet" - im Herbst, wenn sich das dichte Winterfell gebildet hat. Um das Fell nicht zu beschädigen werden Füchse vor allem durch Elektroschlag und Chinchillas entweder durch Genickbruch oder Chloroform-Betäubung exekutiert. Nerze werden zumeist mit Kohlenmonoxid vergast, d.h. durch Auspuffgase. Injektionen von Giftstoffen oder Betäubungsmitteln in Überdosen werden seltener durchgeführt, denn diese Form des Tötens ist aufwendiger. Nicht selten kommt es zu unsachgemäßer Betäubung, so dass den Tieren teilweise bei lebendigem Leib das Fell abgezogen wird. Der Züchter darf das alles selbst erledigen: Eine tierärztliche Begleitung ist nicht vorgeschrieben.

Langfristig fordert PROVIEH nationale Regelungen für ein generelles Verbot der Pelztierhaltung in Deutschland. Auf EU-Ebene müssen einheitliche Standards geschaffen werden, die eine Pelztierhaltung europaweit verhindern. Außerdem ein nationales Importverbot für Hunde- und Katzenfelle sowie ein europaweites Verbot der Einfuhr von Leder, Pelzen und Pelzprodukten aus Asien.

Das fordert PROVIEH:

  • Ein generelles Verbot der Pelztierhaltung in Deutschland
  • Einheitliche Standards auf EU-Ebene, die eine Pelztierhaltung europaweit verhindern
  • Importverbot für Hunde- und Katzenfelle sowie für Leder, Pelze und Pelzprodukte aus Asien

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