Abschaffung der Ferkelkastration rückt näher – Schmerzmittelgabe nach Eingriff nur ein erster Schritt

06.04.2009: Der Fachverband für Nutztierschutz PROVIEH – VgtM e.V. begrüßt die Entscheidung der QS Qualität und Sicherheit GmbH, ab dem 01.04.2009 im QS-Audit eine Schmerzbehandlung nach der Kastration von Ferkeln verbindlich vorzuschreiben.

Damit sei die Branche einen kleinen Schritt zum vollständigen Verzicht auf die Ferkelkastration voran gekommen, so Prof. Dr. Sievert Lorenzen, Vorsitzender von PROVIEH. „Das Entfernen der Hoden ohne Betäubung ist für die Ferkel eine Qual, die durch Schmerzmittel bestenfalls gelindert werden kann. Wir begrüßen es daher sehr, dass endlich als gemeinsames Ziel aller Wirtschaftsbeteiligten erklärt wurde, in der Schweineproduktion zukünftig auf die Ferkelkastration vollständig zu verzichten.“

PROVIEH setzt sich schon seit Mitte 2008 massiv im Rahmen einer gezielten Kampagne bei Fleischerzeugern, Handelsketten und Schweinehaltern dafür ein, zur Verbesserung des Wohlergehens von Schweinen auf die Mast unkastrierter Tiere umzustellen.

„Unsere Verhandlungen zeigen, dass immer mehr Markteilnehmer den Schutz von Nutztieren ernster nehmen als zuvor. Offenbar wächst der Respekt vor dem Willen der Verbraucher, Qualität statt Quälerei angeboten zu bekommen.“, bewertet Prof. Lorenzen die Ergebnisse der laufenden Kampagne. „Wir erwarten nun einen verbindlichen Zeitplan für den Ausstieg und eine rege Beteiligung der Branche an der Entwicklung einer gemeinschaftlichen Lösung.“

Brigitte Bock

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