PROVIEH fordert einen radikalen Ausstieg aus der Kleingruppenkäfighaltung bei Legehennen

11.06.2015: Die Bundesregierung will aus der Käfighaltung  bei Legehennen (Kleingruppenhaltung) frühestens 2035 austeigen, die Bundesländer frühestens 2023. PROVIEH fordert jedoch ein Verbot dieser Haltungsform bereits vor 2020. Stefanie Pöpken, Fachreferentin bei PROVIEH, sagt dazu: „Welche Berechtigung gibt es, diese intelligenten und sozialen Vögel noch weitere zehn Jahre in diesen tierschutzwidrigen Haltungssystemen unterzubringen? Einzig die Profitgier der Geflügelindustrie und ihr großer Einfluss auf die Politik verhindert einen früheren Ausstieg aus der Käfighaltung.“

Artgerechte Haltung beginnt nicht im Käfig

Käfighaltung bedeutet für die Tiere großen Stress. Das Argument, dass die Käfige mit Elementen wie Sitzstangen, Legenestern und Bereichen zum Sandbaden ausgestaltet seien und somit arttypisches Verhalten uneingeschränkt zulassen würden, kann als hanebüchene Behauptung gewertet werden. Federpicken und Kannibalismus stehen auf der Tagesordnung und machen deutlich, wie weit entfernt die Käfighaltung vom natürlichen Lebensraum des Huhns ist. „Die Legehennen werden körperlich und genetisch so manipuliert, dass sie in die widernatürliche Haltungsform passen, die der Mensch für sie angedacht hat. Mit Tierschutz und Tierwohl hat das nichts zu tun”, so Pöpken weiter.

Hühner werden vollkommen unterschätzt

Für einige mag die Legehenne gerade gut genug zum Eierlegen sein. Neueste Forschungen haben jedoch gezeigt, dass Hühner ein hohes Maß an intelligentem Verhalten zeigen. Beispielsweise konnte nachgewiesen werden, dass Hähne in der Lage sind, falsche Umstände wie Fehlalarm vor Fressfeinden vorzugaukeln (vorsätzliche Täuschung), um sich einen Vorteil beim Werben von Partnerinnen zu verschaffen.

Auslistung von Eiern mit der Kennziffer drei

Neben der Politik sind auch der Lebensmitteleinzelhandel und die Gastronomie gefragt. Bei sofortiger konsequenter Auslistung von Eiern aus Kleingruppenhaltung könnte der Ausstieg aus der Käfighaltung merklich vorangetrieben werden.

 

 

Ansprechpartner:

 

Stefanie Pöpken,

Tel.: 0431. 24 82 8-14,

E-Mail: poepken@provieh.de

 

Pressestelle:

PROVIEH – VgtM e.V.

Küterstraße 7-9

24103 Kiel

provieh.de

Foto: © PROVIEH