Demo in Donauwörth

13.08.2013: Bericht zur Demo vom 10. August in Donauwörth gegen Europas größten Schweinezüchter, den niederländischen Konzern A. Straathof, der in Ostdeutschland bereits neun Großanlagen betreibt. In Tapfheim bei Donauwörth wird jetzt ein Betrieb für 3.000 Zuchtsauen und 9.000 Ferkel errichtet. Tierschützer rechnen mit 75.000 Ferkeln pro Jahr.

Dr. Rupert Ebner, Tierarzt und Landtags-Kandidat der Grünen in der Region weist in einem Interview in der SZ darauf hin, dass neben dem massiven Antibiotikaeinsatz „in solchen Anlagen systematisch mit Hormonen gearbeitet wird, um die Sauen brunftig zu machen, die Geburt einzuleiten und Milchstau zu verhindern. Außerdem werden die Ferkel schon nach drei Wochen von den Muttertieren getrennt, ihre Schwänze werden kupiert und ihre Zähne abgeschliffen. Trotz dieser Bedingungen könnten diese Ferkel dann mit dem Siegel ‚Qualität aus Bayern‘ vermarktet werden. Das klingt dann nach Familienbetrieb, aber die Tiere kommen aus der Industrie. Auf diese Marke hat es Straathof womöglich abgesehen.“

Bedauerlicherweise wurde die Anlage bereits 2008 dem Vorbesitzer genehmigt – das Grundstück ist bereits planiert, sodass hier nur noch auf eine strenge Kontrolle der (ohnehin schon dürftigen) Auflagen durch die Behörden gepocht werden kann. Straathof ist in Verruf geraten, da der Konzern sich in der Vergangenheit nicht immer an die Gesetze gehalten hat. Der Westdeutsche Rundfunk berichtete in einer Dokumentation über Tierquälerei, Schwarzbauten und Überbelegung durch den „Schweine-Baron“.

Es besteht die Gefahr, dass nun auch in Bayern die industrielle Tierhaltung mit all ihren negativen Auswirkungen einzieht. Und die bäuerliche Landwirtschaft muss dadurch noch mehr ums Überleben kämpfen, da sie mit diesen industriellen Anlagen nicht konkurrieren kann. Der Bürgermeister von Tapfheim sieht dies als Todesstoß für die kleinstrukturierte Landwirtschaft der Umgebung. Leider befürwortet der Bayerische Bauernverband dies auch noch. Geld regiert die Welt!

Im Gegensatz zu diesem haben sich Vertreter von AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft), BUND Naturschutz und GRÜNE dem Aktionsbündnis „Stoppt den Saustall“ mit betroffenen Landwirten und Anwohnern bei der Kundgebung klar gegen diese Missstände ausgesprochen. Dabei wurden sie von rund 300 Teilnehmern lautstark unterstützt.

Angela, Uta und Manu