Durchbruch bei der Haltungskennzeichnung: Bauernverband schlägt Fleischkennzeichnung vor

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, schlägt erstmals eine Kennzeichnung der Haltungsbedingungen von Fleischprodukten vor. Der Nutztierschutzverband PROVIEH begrüßt das Umdenken des Bauernverbandes. Jetzt ist die Politik gefragt.

Nach dem Vorpreschen von Lidl mit einem Haltungskompass hat sich nun auch der Bauernverband für eine stufenweise Kennzeichnung der Haltungsbedingungen der Tiere ausgesprochen. Für PROVIEH ist das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Der Nutztierschutzverband fordert seit Jahren eine gesetzliche Haltungskennzeichnung und hat bereits ein Praxismodell entworfen.

Welche Haltungsform sich hinter den jeweiligen Kategorien bei der Schweinehaltung finden wird, ist derzeit noch „Zukunftsmusik“. Wichtig ist, dass eine Haltungskennzeichnung staatlich und flächendeckend etabliert wird. Eine privatwirtschaftliche Lösung schafft ein starkes Abhängigkeitverhältnis zwischen Landwirt und Lebensmitteleinzelhandel. Vielleicht befürchtet die Verbandsspritze des Bauernverbandes dies ebenfalls und setzt sich nun für seine Mitglieder ein, indem sie den zwar schwierigen, aber für die schweinehaltenden Betriebe richtigen Weg vorgibt. Flankiert werden muss die Haltungskennzeichnung durch wirksame staatliche Fördermaßnahmen, die faire Umstellungs- und Aufstiegsmöglichkeiten für alle tierhaltenden Betriebe sicherstellen. 

Fazit: Der Vorstoß des Bauernverbandes für eine Haltungskennzeichnung von Fleischprodukten leitet eine neue Ära der Transparenz in der Lebensmittelwirtschaft ein. Die Abstufungen zum gesetzlichen Standard müssen aber echte Verbesserungen für die Tiere bieten. Die Politik ist nun gefragt, endlich eine flächendeckende, gesetzliche Haltungskennzeichnung einzuführen, die durch angemessene Fördermaßnahmen begleitet wird.

13.03.2018

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