Gefährdete Arten: Der Huchen

Der Huchen (Hucho hucho) gehört zur Familie der Lachse (Salmoniden). Er lebt im Einzugsgebiet der Donau und wird deshalb auch Donaulachs genannt. Obwohl der Huchen als Raubfisch an der Spitze der Nahrungskette steht, ist sein Fortbestehen gefährdet. Er ist vom Aussterben bedroht und wurde deshalb auf die „Rote Liste gefährdeter Arten“ aufgenommen und zum deutschen Fisch des Jahres 2015 gewählt.


 

Lebensraum

Der Huchen bevorzugt schnell fließende, kühle, sauerstoffhaltige Flüsse. Zur Eiablage im März und April wird ein kiesiges, kleinsteiniges Flussbett benötigt, in die das Weibchen mit dem Schwanz Laichgruben schlägt und die Eier ablegt. Die Larven schlüpfen nach ungefähr 35 Tagen und wachsen im Schutz der Kies- und Steinzwischenräume heran.

Zerstörung des Lebensraums

Früher war der Huchen in der bayrischen Donau und ihren Zuflüssen weit verbreitet. Heute ist der Bestand des Raubfisches stark zurückgegangen. Uferbegradigungen und –verbauungen sowie eine zunehmende Wasserverschmutzung machen dem Huchen das Leben schwer. Durch die Umbauten ist es für die Fische schwierig, Beute zu machen und Areale zum Laichen zu finden. Der Donaulachs ist kein typischer Wanderfisch, aber bei der Laichplatzsuche kann er schon mal 100 Kilometer zurücklegen. Leider ist der Weg zu geeigneten Laichplätzen in Donauzuflüssen heute aber oft durch Bebauungen, zum Beispiel durch Wasserkraftwerke, versperrt und es existieren häufig keine oder keine geeigneten Fischtreppen für den Giganten. In den Turbinen der zahlreichen Wasserkraftwerke kommen etliche Fische um. Der Abbau von Kies aus Flussbetten trägt außerdem zur Vernichtung von Laich- und Aufzuchtplätzen bei und beeinflusst die Huchenbestände negativ. 
Die Erwärmung des Flusswassers im Sommer macht den Fischen ebenfalls zu schaffen: Die Überhitzung des Wassers wird noch verstärkt durch aufgeheiztes Kühlwasser, das aus Kraftwerken zurück in den Fluss geleitet wird. Mehr als 24 Grad Wassertemperatur kann der Donaulachs nicht überleben, aber schon Temperaturen über 21 Grad sind sehr schädlich für ihn.

Nachzucht

Jedes Jahr züchten Fischer Huchen nach und setzen sie in den Flüssen aus, um die Population zu erhöhen. Ohne diesen künstlichen Besatz wäre der Donaulachs bereits ausgestorben.
Auf lange Sicht ist die Nachzucht aber keine Lösung. Es ist vernünftiger, die letzten natürlichen Gewässerabschnitte zu schützen und zusätzlichen Lebensraum für Huchen wiederherzustellen, damit dieser selbst überleben und sich vermehren kann. Sinnvoll ist eine Verbesserung der Gewässerstrukturen auf zusammenhängenden Bereichen über einen Raum von mindestens 100 Kilometern sowie die Errichtung von funktionierenden Fischwanderhilfen, um entsprechende Lebensräume zu schaffen.


Steckbrief

Der Huchen kann 15 Jahre alt werden und ist nach drei bis vier Jahren geschlechtsreif. Wenn man ihn lässt, wird der Huchen mehr als 25 Kilogramm schwer und 1,40 Meter lang. Sein Körper ist langgestreckt und im Querschnitt nahezu rund. Auf seinem kupferfarbenen bis grün-grauen Rücken finden sich viele kleine dunkle Punkte und der Bauch ist hell. Er hat einen langen, oben abgeflachten Kopf mit einer tiefen Mundspalte, die bis hinter die Augen reicht. Auf seinem Speiseplan stehen Barben, Äschen und Nasen.


Sandra Lemmerz

© Fotos: Franz Keppel