Initiative "Essen fürs Klima" – machen Sie mit!

Immer mehr Gruppierungen und Organisationen werden darauf aufmerksam, dass unsere Ernährung einen groβen Einfluss auf das Klima hat.

Je mehr tierische Erzeugnisse konsumiert werden, umso höher die Klimagasemissionen. Jeder Einzelne kann also ganz einfach durch die Reduzierung seines Fleisch- und Milchprodukteverzehrs seinen positiven Beitrag leisten.

Die belgische Stadt Gent kündigte zum Beispiel im Mai 2009 an, ab sofort aus Klima- und Gesundheitsgründen einen „fleischfreien Donnerstag“ (Donderdag Veggiedag) in den Kantinen aller städtischen Einrichtungen einzuführen. Die Resonanz in der Weltpresse war groβ. Die Genter Schulkantinen folgen dem guten Beispiel seit Beginn des neuen Schuljahres. Der Stadtrat für Umwelt und Gesundheit von Zürich, Robert Neukomm, hat jüngst in einem internen Communiqué im Rahmen der vom WWF-Schweiz organisierten Aktion „Panda Zmittag“ alle Mitarbeiter sämtlicher Verwaltungsorgane der Stadt dazu aufgerufen, am 15. September 2009 vegetarisch zu essen, um einen Beitrag zum Legislaturschwerpunkt „Nachhaltige Stadt Zürich – Auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft“ zu leisten.

Solche Initiativen der öffentlichen Hand lassen in Deutschland leider noch auf sich warten. Bei uns geht es in der Diskussion vor allem um Energie, Industrie und Transport, wenn über den Klimawandel gesprochen wird. Dabei können wir nicht dauerhaft die Augen vor der Realität verschließen: Die Tierhaltung trägt weltweit laut Studie der UN-Welternährungsorganisation FAO mit 18% Klimagasemissionen mehr zum Klimawandel bei, als der gesamte Transportsektor. Und bereits rund drei Viertel aller Nutztiere müssen heute schon ihr Dasein in Massentierhaltungsanlagen fristen, Tendenz steigend. Die Erzeugung fleischhaltiger Ernährung verursacht in Deutschland mit 44% im Vergleich zur pflanzlichen (8%) mehr als die fünffache Menge an Treibhausgasen (mehr dazu hier und hier).

Unser Konsum auf Kosten unserer tierischen Mitgeschöpfe ist über die letzten Jahrzehnte in den Industrieländern ins Maßlose gestiegen, angeregt durch falsche Werbebotschaften und billig subventionierte Massenware aus EU-geförderter, industrieller Agrarwirtschaft. „Mehr, gröβer, billiger“ war das Leitmotiv des Konsums seit den Achtziger Jahren, auch bei Nahrungsmitteln. Aber die Zeiten von „Geiz (und Gier) ist geil“ sind vorbei, seit Klima- und Finanzkrise im Doppelpack die Welt aufgerüttelt haben. Durch weniger und bewussteren Verzehr von tierischen Erzeugnissen aus ökologischer, artgerechter Tierhaltung kann jeder seinen Beitrag leisten. Gewohnheiten sind meist nicht über Nacht zu ändern, aber man kann jeden Tag einen kleinen Schritt weiter gehen, auch wenn das nicht leichtfällt: Fleischliebhaber können erst ein- dann zweimal etc. pro Woche auf Fleisch verzichten. Mit dem eingesparten Geld kann man dann z. B. auch budgetneutral auf Fleisch aus artgerechter Tierhaltung umsteigen. Man sollte dies nicht als Einschränkung oder Opfer betrachten, sondern als positiven Beitrag zu gesünderem Leben sowie zum Schutz der Tiere und der Umwelt.

PROVIEH engagiert sich bereits seit Mitte 2007 in der Aufklärung über die komplexen Zusammenhänge zwischen Massentierhaltung, Ernährung, Gesundheit, Hunger, Umweltzerstörung und Klimawandel (mehr dazu hier und hier). Wir begrüßen daher auch die jüngste Initiative "Essen fürs Klima" des Internetforums "Utopia". Mit dieser Mitmach- und Gewinnaktion soll auf den großen Hebel hingewiesen werden, den unser täglich Brot und vor allem Fleisch auf das Weltklima hat. Und darauf, dass eine klimaschonende Ernährung einfach umzusetzen ist. Zur Aktionsseite kommen Sie hier

Sabine Ohm, Europareferentin