Jetzt unterzeichnen: Petition zur Videoüberwachung auf Schlachthöfen

20.02.2015: PROVIEH ruft als Mitglied der „Europäischen Allianz für Videoüberwachung in Schlachthöfen“ dazu auf, diese in Großbritannien seit Jahren standardmäßig eingesetzte Technik auch in Deutschland und dem restlichen Europa zum Wohl der Tiere zu nutzen.

Leider gibt es in Deutschland bisher kaum Videoüberwachung in Schlachthöfen, um den bestmöglichen Umgang mit den Tieren sicherzustellen. Nach Kenntnis von PROVIEH hat bisher nur ein großes Schlachtunternehmen die sogenannte CCTV-Überwachung (closed-circuit-TV) im gesamten Lebendtierbereich (Anlieferungs-, Warte- und Schlachtbereiche) bis zur Brühung eingeführt. Zunächst wurde dieser Schlachthofbetreiber anonym angezeigt und bekam eine saftige Geldstrafe wegen der „Überwachungsmaßnahme“ vom Datenschutzbeauftragten aufgebrummt.

Das ist verwunderlich, denn in Supermärkten,  Kaufhäusern sowie Bahnhöfen und vielen anderen öffentlichen und privatwirtschaftlichen Orten hängen schließlich auch überall Kameras, um sicherzustellen, dass die Kunden und die Angestellten die Gesetze einhalten. Das Staatsziel Tierschutz darf nicht länger geringgeschätzt und hinter andere Rechte wie Datenschutz zurückgestellt werden. Inzwischen ist die Videoüberwachung in Schlachthöfen unter bestimmten Auflagen legal (zum Beispiel automatische Verpixelung der Gesichter).

Auch der Schlachtkonzern Vion hatte nach dem Skandal um Tierschutzvergehen in seinem Betrieb in Bad Bramstedt  angekündigt, dort CCTV einzuführen zur besseren Überwachung der Einhaltung der Tierschutzvorgaben bei der Betäubung.

Mit Hilfe der Videoüberwachung können sowohl der Tierschutzbeauftragte, der seit dem Inkrafttreten der neuen EU-Schlachtverordnung (01.01.2013) obligatorisch auf jedem Schlachtbetrieb für Tierschutz sorgen muss, wie auch unabhängige Auditoren jederzeit die Vorgänge in Echtzeit aus dem Büro verfolgen, ohne von den Mitarbeitern gesehen zu werden. Zudem können rückwirkend stichprobenartige Kontrollen durch Sichtung von Bildmaterial vorgenommen werden. Die Angestellten sind sich dadurch jeder Zeit bewusst, dass der schonende Umgang mit den Tieren eine Priorität des Unternehmens ist und überwacht wird. Das schärft ihr Bewusstsein für das Tierwohl.

Ein solch einfaches aber wirksames Instrument sollte in Deutschland und möglichst ganz Europa verbindlich eingeführt werden. Unterzeichnen auch Sie deshalb bitte die Petition (siehe unten), zu der PROVIEH mit seinen Partnerorganisationen im Rahmen der EUROPEAN ALLIANCE FOR CCTV IN SLAUGHTERHOUSES (Europäische Allianz für Videoüberwachung in Schlachthöfen) aufruft.

Sabine Ohm

Grafik: OpenClips/www.pixabay.de


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