Spendenaufruf PROHUHN – Millionenfaches Tierleid mindern

PROVIEH will die Hühnerhaltung weniger leidvoll machen. Dafür sucht der Verein die enge fachliche Auseinandersetzung mit Lebensmittelhandel, Erzeugern und Hühnerhaltern. Unser Ziel ist es, durch gemeinsame Anstrengungen die Lebensbedingungen für Hühner Schritt für Schritt zu verbessern – und das möglichst branchenweit und auch im Massenmarkt. Wer diese Arbeit unterstützen will, spendet unter dem Stichwort „PROHUHN“ gezielt für die laufende Kampagne.

Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) kann die beschämenden Verhältnisse in der Hühnerhaltung ändern. Er hat die Not der Hühner durch seine Angebotspolitik maßgeblich mitverursacht. Heutzutage erhalten konventionelle Hühnerhalter weniger als 9 Cent Ertrag pro schlachtreifes Masthuhn und nur einen Bruchteil davon für ein Ei. Davon lassen sich keine wirksamen Verbesserungsmaßnahmen für eine tiergerechtere, nachhaltigere Hühnerhaltung finanzieren. PROVIEH vermittelt zwischen Handel und Halter, damit mehr Tierschutz als Leistung sich auch für den Landwirt bezahlt macht. Und damit so millionenfaches Leid der Tiere vermindert werden kann.

Mit der Kampagne „PROHUHN“ wirbt der Verein PROVIEH bei Unternehmen des LEH gezielt dafür, im Rahmen ihrer Unternehmensstrategie den Schutz und das Wohlergehen von Hühnern schrittweise und nachprüfbar zu verbessern. Unternehmen, die sich wirksam an diesem Verbesserungsprozess beteiligen, werden von PROVIEH fachlich beraten zu Alternativen in der Geflügelhaltung und zu praxisnahen Möglichkeiten, Tierschutz und Tierwohl bei der Erzeugung von Lebensmitteln tierischen Ursprungs zu steigern.

Was genau passiert bei „PROHUHN“?

PROVIEH begleitet Vertreter des LEH bei Vor-Ort-Besuchen auf Betrieben, die mit der Aufzucht und Haltung von Masthühnern oder Legehennen, ihrem Transport und ihrer Schlachtung befasst sind. Ziel der Besuche soll sein, mit fachlicher Anregung und Begleitung durch PROVIEH Möglichkeiten zum Entschärfen tierwohlrelevanter Probleme praxisnah zu erkennen und auf den Erzeugerbetrieben wirtschaftlich umzusetzen.

PROVIEH stellt gegenüber den Kooperationspartnern sicher, dass die Begleitung der Betriebsbesuche sowie ihre Vor- und Nachbereitung durch geeignetes Fachpersonal erfolgt. Die Kooperationspartner ihrerseits legen Informationen gegenüber PROVIEH offen, die für eine Verbesserung des Tierwohls auf Seiten der Erzeugerbetriebe von Bedeutung sein können.

PROVIEH lässt bei der Beratung der Kooperationspartner und ihrer vertraglich verbundenen Zulieferbetriebe alle im Rahmen der Vereinsaktivitäten gesammelten aktuellen Fachkenntnisse im vollen Umfang einfließen. Im Rahmen der Kampagne gewonnene Lösungsansätze und Verbesserungsmöglichkeiten verbreitet PROVIEH weiter, sofern dies nicht ausdrücklich durch gesondert mit den jeweiligen Betrieben vereinbarte Vertraulichkeitsregelungen untersagt wird.

Die Kooperationspartner unterstützen PROVIEH zudem bei der Verbreitung von Informationen, die zur Erfüllung der satzungsgemäßen Ziele des Tierschutzvereins beitragen.

Warum eine Finanzierung durch „zweckgebundene Spenden“?

Die Aktivitäten im Rahmen der Kampagne „PROHUHN“ finanziert PROVIEH durch zweckgebundene Spenden. Das soll die Ernsthaftigkeit und Kompetenz der gemeinnützigen Leistungen von PROVIEH unterstreichen, und die erforderliche Unabhängigkeit in der Vermittlerrolle zwischen Handel und Erzeugern gewährleisten.

Sind die zugeflossenen Spendenmittel für „PROHUHN“ ausgeschöpft, so liegt es im Ermessen von PROVIEH, ob und in wie weit die Aufgaben dieser Kampagne weiter erfüllt werden können. Gemäß § 3 seiner Satzung stellt PROVIEH sicher, dass ihm zufließenden Mittel ausschließlich und unmittelbar für gemeinnützige Zwecke eingesetzt werden.

Einnahmen aus zweckgebundenen Spenden und die dazu gehörigen Ausgaben werden von PROVIEH auf getrennten Konten verbucht und geführt. Der Verwendungszweck und die mit dem Mitteleinsatz finanzierten Aufgaben dürfen weder den Vereinszielen zuwider laufen, noch einzelne natürliche oder juristische Personen unverhältnismäßig begünstigen. Spenderinnen und Spender erhalten auf Anfrage von PROVIEH jederzeit Auskunft über die Höhe der eingegangenen Mittel sowie ihre Verwendung.

Gehen trotz sorgfältiger Planung der zugrunde liegenden Aktivitäten bei PROVIEH mehr Gelder ein als für den jeweiligen Bindungszweck benötigt, so informiert der Verein die betreffenden Zuwendungsgeber. Überschüssige Geldmittel werden nur mit ihrer Zustimmung einem alternativen Verwendungszweck zugeführt. Lässt sich keine Einigung über eine alternative Einsatzmöglichkeit der Mittel erzielen, so werden den Zuwendungsgebern ihre zweckgebundenen Spenden anteilig rückerstattet.

So wirkt „PROHUHN“

Seit Anfang Januar 2013 wurden bereits über 20 Geflügelbetriebe und 5 große Schlachthöfe besucht und beraten. Erste Verbesserungsmaßnahmen wurden von der REWE Group im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie auf den Erzeugerbetrieben umgesetzt.

Eine Reduktion der effektiven Besatzdichte um 15 % - also 20 statt bislang 24 Masthühner pro qm² - erweist sich dabei in der Praxis bereits als spürbare Entlastung für die Hühner. So zeichnet sich für PROVIEH und die beteiligten Landwirte unmissverständlich ab, dass die Gesundheit, die Beweglichkeit und das Verhalten der Tiere dadurch im Vergleich zur Haltung bei höheren Besatzdichten verbessert werden. Nach den bisherigen Beobachtungen lässt sich über diese Maßnahme auch der Einsatz von Antibiotika wirksam verringern.

Ergänzende Strukturelemente im Hühnerstall wie Strohballen und Picksteine werden von den Hühnern äußert gerne angenommen. Die Zulieferer von Hühnerfleisch für die REWE Group verzichten zudem auf den Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel und haben erfolgreich damit begonnen, Importsoja aus Übersee schrittweise mit heimischen Eiweißquellen im Futter zu ersetzen.

Zurzeit wurden durch die Kooperation der REWE Group und PROVIEH schon für 20.000.000 Hühner leicht verbesserte Haltungsbedingungen geschaffen. Erklärtes Ziel der Kampagne „PROHUHN“ ist, diesen Erfolg auszuweiten. Der nächste logische Schritt dahin wäre, die verbesserten Bedingungen nun auch allen 600 Millionen Masthühnern in Deutschland zu bieten. Dazu muss eine Mehrheit der Unbernehmen des LEH in Deutschland für ein gemeinsames Vorgehen gewonnen werden.

Bei Legehennen soll auf das Kürzen des Schnabels verzichtet werden, ohne dass dadurch an anderer Stelle Leiden für die Tiere durch Verhaltensstörungen wie Federpicken und Kannibalismus entstehen. Auch das kann mit Hilfe des LEH wirksam auf den Erzeugerbetrieben umgesetzt werden - sofern die Bereitschaft des Handels da wäre, auch die erforderlichen Mehrkosten für die notwendigen Verbesserungsmaßnahmen in den Legehennenbeständen zu tragen.

Spendenkonto:

Stichwort „PROHUHN“

Kieler Volksbank e.G., Konto Nr. 54 299 306, BLZ 210 900 07

BIC GENODEF1KIL, IBAN DE 87 2109 0007 0054 2993 06

Fotos: © PROVIEH