Kaninchenleid in Europa – Das Europäische Parlament rüttelt auf

Pressemitteilung

21.03.2016: Etwa 340 Millionen Kaninchen werden jedes Jahr in Europa geschlachtet. Die Zustände in der Haltung sind schockierend. Nun hat das Europäische Parlament reagiert: Der Europaabgeordnete Stefan Eck wurde beauftragt, einen „Initiativbericht“ auszuarbeiten. Für den Tierschutz ist dieser Auftrag ein bahnbrechender Erfolg, denn damit wird der dringende Handlungsbedarf anerkannt.

In vielen europäischen Ländern gibt es überhaupt keine Haltungsvorschriften für Kaninchen. Dort werden sie größtenteils in engsten Batteriekäfigen gehalten wie früher die Legehennen. In Deutschland gelten seit August 2014 zwar Mindestanforderungen für Um- und Neubauten, so dass nur noch größere, „ausgestaltete Käfige“ genehmigt werden. Diese sind aber auch nicht tiergerecht und die Batteriekäfighaltung bleibt aufgrund von Übergangsfristen noch bis 2024 erlaubt. „Die EU sollte deshalb nach den Vorstellungen von Stefan Eck und PROVIEH möglichst strengere Regeln vorschreiben, als die deutsche Nutztierhaltungsverordnung von 2014. Darauf werden wir gemeinsam hinarbeiten“, so PROVIEH-Europareferentin Sabine Ohm.

Denn die Käfige sind wider die arteigenen Bedürfnisse von Kaninchen, weil sie ihr natürliches Bewegungs- und Sozialverhalten viel zu stark beschränken. Zudem herrschen in den Käfiganlagen meist grauenvolle Zustände: Die Tiere leiden an wunden Pfoten und haben oft schwerste Verletzungen durch Aggressionsverhalten und Kannibalismus. Auch verkrümmte Wirbelsäulen und durch Ammoniak verätzte Augen sind an der Tagesordnung.

Der Initiativbericht des Europaparlaments ist ein wichtiges Signal an die Kommission, damit sie sich in den kommenden Jahren nicht wie geplant nur auf die Einhaltung des geltenden EU-Rechts beschränkt.

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