Kleine Schlachthöfe, große Tierschutzmängel?

17.03.2015: Dr. Michael Marahrens, stellvertretender Leiter des Instituts für Tierschutz und Tierhaltung (FLI) sieht kleine, lokale Schlachthöfe als sehr kritisch an. „Ein grundlegendes Problem ist die mangelhafte und veraltete Ausstattung“ stellt er im Interview des ARD-Beitrages FAKT „Grausamer Umgang beim Regionalschlachthof“ fest. Aber auch einen Gewöhnungseffekt und Betriebsblindheit hält er für die Ursache von Tierschutzvergehen bei der Schlachtung.

Für PROVIEH ist Tierschutz keine Frage des Kapitals oder des Equipments. Der sachgemäße, tierschutzgerechte Umgang mit Schlachttieren erfordert nicht zwangsläufig eine kostenintensive Automatisierung, sondern den fachgerechten, verantwortungsvollen Umgang mit Nutztieren durch das Schlachthofpersonals.

Tierschutzvergehen in Schlachthöfen beruhen meist auf der Nichtwahrnehmung von Krankheits-, Schmerz- oder Vitalzeichen durch die Mitarbeiter und erfordern Fachpersonal, aktive Tierschutzmaßnahmen und effektive Kontrollen.

Es mag sein, dass kleine Schlachtbetriebe eine veraltete Ausstattung haben, sie müssen trotzdem alle gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen erfüllen und verfügen weitgehend über gut ausgebildete Fachkräfte.  Die regionale Lage, eine kurze Tier-Transportdauer und niedrige Schlachtzahlen sprechen zudem für erfolgreichen Tierschutz.

Große Schlachtbetriebe investieren in erster Linie in moderne, automatisierte Schlachtanlagen um die Schlachtzahlen zu erhöhen. Das hierdurch Tierschutzmaßnahmen verbessert werden, ist ein positiver ein Nebeneffekt. Weite Transportwege, lange Aufenthalte im Schlachthof, Dumpinglöhne und hohe Schlachtzahlen sprechen auch bei bestem Stand der Technik nicht unbedingt für eine Verbesserung des Tierschutzes. Allerdings wird hier der Kontakt zum Tier und die Fehlerminimierung durch Personal reduziert.

Letztendlich spielt es keine Rolle, ob es sich um große, kleine, regionale oder moderne Schlachtbetriebe handelt, Negativschlagzeilen gibt es bei beiden und dringender Handlungsbedarf besteht in jedem Fall.

Damit Missstände vermieden, überwacht und geahndet werden können, fordert PROVIEH als Mitglied der „Europäischen Allianz für Videoüberwachung in Schlachthöfen“ die europaweite Einrichtung von Videoüberwachungssystemen (CCTV) in allen Schlachtbetrieben,

Bitte unterstützen und teilen Sie diese Petition! Helfen Sie mit, unnötiges Leiden zu verhindern, Schlachtbedingungen zu verbessern und effektiv zu kontrollieren.

http://www.petitionen24.com/europaweite_videouberwachung_an_schlachthofen_und_dokumentation

Angela Dinter