Klonfleisch zum Verzehr zugelassen

Der EU-Ministerrat will Lebensmittel, die mit dem Fleisch geklonter Tiere produziert wurden, zur Vermarktung zulassen.

Im Rahmen der Ratssitzung am 15. März bestätigte der EU-Ministerrat die Übereinkunft des Agrarrates vom 22.06.2009. Demnach sollen sowohl Lebensmittel, die Nanopartikel enthalten, als auch Produkte, die Fleisch von geklonten Tieren oder ihren Nachkommen enthalten, zukünftig in der EU vermarktet werden dürfen. Dieses Vorhaben ist Teil der Reform, der sogenannten „Novel-Food-Verordnung“ von 1997.

Damit wendet sich der Rat klar gegen die Position des Europaparlaments. Die Europaabgeordneten hatten sich bereits in erster Lesung gegen die Vermarktung von Klonfleisch ausgesprochen. Nun werden sie sich in einer zweiten Lesung mit dem Dossier des Rates befassen müssen.

Ein Jahr nach in Kraft treten der reformierten Novel-Food-Verordnung soll die Kommission dann einen Bericht über Lebensmittel mit Bestandteilen geklonter Tiere vorlegen und gegebenenfalls eine eigene Gesetzgebung für diesen Bereich vorschlagen. Dies wird auch von einer Vielzahl der Mitgliedsländer und den Abgeordneten des europäischen Parlaments verlangt. Verbraucherschutzkommissar Dalli hatte ebenfalls bei seiner Anhörung vor dem Amtsantritt betont, dass er für das Klonen eine eigene Regelung für notwendig erachte.

Mit der Zulassung von Produkten, die Klonfleisch enthalten, widerspricht der Rat allerdings nicht nur dem Europaparlament, auch die europäischen Verbraucher sprechen sich deutlich gegen Klonfleisch auf dem Teller aus.

Gegen das Klonen sprechen zum einen das Leid der geklonten Tiere, die in der Regel elendiglich an Missbildungen sterben, aber auch Probleme, die bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln auftreten können. So könnte eine Etikettierung schwierig werden, weil sich die Nachkommen geklonter Tiere nicht mehr von konventionell gezüchteten Tieren unterscheiden lassen (wir berichteten). Damit würde dem ohnehin nicht gehörten Verbraucher auch noch die informierte Wahl am Supermarktregal verwehrt.

PROVIEH wird sich auch in Zukunft für ein umfassendes Verbot von Lebensmitteln aus geklonten Tieren einsetzen.

23.03.2010, Anne-Sabeth Beny, Büro Brüssel