Landwirt überfordert - Ordnungsamtchef lässt ausgebrochene Rinder erschießen

25.11.2014: 21 Galloway- und Highlandrinder starben vergangenen Dienstag im schleswig-holsteinischen Bokholt-Hanredder bei Elmshorn. Rainer Schattauer, Leiter der Ordnungsbehörde des Amtes Rantzau entschied, dass die Robustrinder von Jägern erschossen werden sollten. Fotos dokumentierten das sinnlos anmutende Massaker.

Nach Aussage von Schattauer habe der betreffende Tierhalter und Landwirt es versäumt, sich ausreichend um die Tiere zu kümmern. Sie seien, O-Ton, „ausgewildert“, hätten Zäune niedergetrampelt, stellten eine Gefahr für Menschen dar und hätten auf die Autobahn oder Landstraße geraten können. Als die Tiere nicht eingefangen werden konnten, entschied Schattauer sie zu töten. Die Möglichkeit einer Betäubung und damit Rettung der Tiere hatte er zuvor ausgeschlossen.

Die Kreistierärztin Dr. Antje Lange sprach von einem Einzelfall und dass eine solche Vernachlässigung allgemein nicht absichtlich, sondern aus einer finanziellen oder arbeitstechnischen Überforderung heraus entstünde.

PROVIEH bezweifelt die Richtigkeit dieser Entscheidung und bedauert den sinnlosen Tod der Tiere, die nach ihrer Erschießung in der Tierkörperbeseitigungsanlage endeten.

Leider häufen sich in der vegetationsarmen Zeit die Fälle von Vernachlässigungen bei auf Weiden gehaltenen „Nutz“tieren.

PROVIEH befürwortet grundsätzlich die ganzjährige Weidehaltung. Hierbei steht aber die Deckung der Bedürfnisse der Tiere an erster Stelle. In unserem Faktenblatt „Winterweidehaltung von Rindern und Schafen“, zeigen wir auf, was zu beachten ist, damit sich die Tiere auch in der kalten Jahreszeit wohlfühlen und gesund bleiben.

 

Kathrin Kofent