Lasses Blog

Depressionen im Pferdestall

 

Die Gefühlswelt von uns Pferden ist vergleichbar tiefgründig wie die der Menschen. Das Gehirn aller  Säugetiere ist ähnlich aufgebaut und für die Kopplung von Ereignissen und Emotionen konstruiert. Wir Pferde empfinden also Angst, Trauer, Wut, Schmerz und Freude. Wir können mutig sein oder vorsichtig abwartend. Wir zeigen Mitgefühl untereinander und mit anderen Lebewesen. Wir können die Emotionen der Menschen spüren. Manchmal sind wir übermütig, manchmal langweilen wir uns.

Besonders nach diesem langen Winter sehne ich mich nach der großen saftigen Weide. Ich möchte das leckere Gras genießen und mit meinen Kumpels im vollen Galopp herumflitzen. Zum Glück haben wir zumindest einen großen Paddock an unserem großen, offenen Stall. Dort können mein Norikerfreund Famos und ich Kräfte messen und der kleine Feivel und ich uns gegenseitig jagen. Puh, der Lütte ist ganz schön schnell. Wenn die Sonne scheint, können wir uns sonnen, wir können den ersten Frühlingsregen genießen und entscheiden ob wir im Sturm einfach unseren Po entgegen den Wind stellen oder im Stall Schutz suchen. Wir schlafen im Sand oder im Stall, einer passt auf die anderen auf. Wir sind eine Herde und wir sind zumindest ein bisschen frei.

90 Prozent der Pferde in Deutschland sind das nicht. Sie stehen einzeln in einer Box. Viele davon sind klein und dunkel. Die Glücklicheren von ihnen kommen stundenweise raus auf einen Paddock oder ein Stück Weide oder haben sowas, was ihr Menschen wohl Balkon oder Terrasse nennen würdet. Aber viele werden nur herausgeholt, wenn sie geritten oder anderweitig „trainiert“ werden sollen. Solch eine Haltung bringt nicht nur körperliche Probleme mit sich. Auch die Seelen dieser abertausenden Pferde leiden.

Wissenschaftler haben bestätigt, was wir doch lange schon wissen: auch Pferde haben Depressionen. Neben Überforderung im Umgang und Training spielt dabei auch die falsche Haltung eine wichtige Rolle. Wir Pferde wollen uns täglich über viele Stunden frei in einer Herde bewegen können. Luft, Licht, Umwelteinflüsse und Sozialkontakte zu Artgenossen sind für uns existenziell wichtig.

Ich hoffe so sehr, das irgendwann alle Pferdehalter dies berücksichtigen und uns allen ermöglichen werden.

 

Die Visionen von PROVIEH:

 

  • Respektvoller Umgang mit allen Pferden
  • Etablierung artgemäßer Haltungssysteme
  • Freilauf und Weidehaltung im Herdenverband für alle Pferde
  • Sachkundige und achtsame Pferdehalter und Stallbetreiber

 

 

PROVIEH sucht Paten oder Spender, die durch ihre Gelder meine anfallenden Futter-, Tierarzt- und Hufpflegekosten mittragen. 

Bitte überweist Eure Spende für mich unter dem Stichwort „Lasse“ auf folgendes Konto:

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Fragen bezüglich einer Spendenpatenschaft oder Einzelheiten zu mir richtet bitte an: Kathrin Kofent: kofent@provieh.de oder 0431-24828-16.

Dafür danke ich Euch sehr!

 

 


 

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