Lasses Blog

Kleiner Magen – regelmäßig Futter

 

Die Tage werden kürzer und die schönen langen Sommernächte auf der Weide sind vergangen.

Trotz der sommerlichen Trockenheit sind meine Herdenfreunde und ich gut in den Herbst gekommen und wir haben genug Heu reserviert, um satt und zufrieden durch den Winter zu kommen. Aber jetzt bei der Umstellung von der Weide auf Heufütterung gibt es einiges zu beachten, damit wir gesund und fit bleiben. 

Derzeit genieße ich die Herbstsonne auf der Tagweide. Wegen der Hufrehegefahr geht es erst nach einem ausgedehnten Heufrühstück und einem kleinen Nickerchen ab Mittag für vier Stunden auf die Koppel. 

Wir Pferde sind sehr empfindlich was unseren Stoffwechsel und die Verdauung angeht. Ich spreche aus Erfahrung. Ein Magengeschwür aus der Kinderzeit machte mir lange Sorgen und wurde zum Glück entdeckt und erfolgreich von der Tierheilpraktikerin Michaela Wegner behandelt. Tatsächlich haben sehr viele Pferde Magengeschwüre, häufig bleiben diese unentdeckt und bereiten starke Schmerzen. Neben Stress durch falsche Haltung und Training sowie Überforderung spielt die Fütterung eine tragende Rolle. 

Pferde sind von Natur aus dafür bestimmt dauerhaft zu fressen. Ihr Magen in mit einem Volumen von etwa 8 bis 18 Litern relativ klein. Unter natürlichen Bedingungen ziehen Pferde beispielsweise in der südfranzösischen Landschaft Camargue weite Strecken umher und verbringen 60 Prozent, also um die 14 Stunden, ihres Tages mit der Nahrungsaufnahme. Die beobachteten Fresspausen liegen bei maximal zwei bis drei Stunden.  

Pferde, die in der Box gehalten werden und nur portionsweise Heu bekommen, haben in 24 Stunden meist nicht einmal für vier Stunden die Möglichkeit ihr Kaubedürfnis zu decken. Häufig fressen sie nach langen Futterpausen zu schnell und überladen ihren Magen. Dieser ist dann durch die Übersäuerung ohnehin bereits gereizt und angegriffen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Pferde maximal vier Stunden ohne Raufutter auskommen sollten. Wichtig ist auch, dass die Tiere nach Rasse, Alter, Gesundheitszustand, Klima und geforderter Leistung einen sehr unterschiedlichen Energiebedarf haben. So liegt der tägliche Bedarf eines mittelgroßen Pferdes beim Raufutter bei  mindestens zehn bis zwölf Kilogramm Heu. Neue Untersuchungen empfehlen sogar 15 und mehr Kilogramm oder ein freies Angebot (ad libitum Fütterung). Ratsam ist es in jedem Fall zusätzlich zur freien Verfügung gutes Futterstroh anzubieten. Kraftfutter sollte – wenn überhaupt nötig – grundsätzlich nur in Maßen gefüttert werden. 

Ich bekomme organisches Mineralfutter von Natusat mit ein paar Heucobs gemischt, ab und an eine Kräuterkur der Krauterie und nach Bedarf ein wenig Hafer…aber vor allem Gras, gutes Heu und Haferstroh. Und schaut mal, wie fit ich damit bin! 

Euer Lasse

 

Weitere Infos zum Thema: Pferdehaltung - 24 Stunden Heu für Dauerfresser

Foto: Lara Schneider

 

Die Visionen von PROVIEH:

 

  • Respektvoller Umgang mit allen Pferden
  • Etablierung artgemäßer Haltungssysteme
  • Freilauf und Weidehaltung im Herdenverband für alle Pferde
  • Sachkundige und achtsame Pferdehalter und Stallbetreiber

 

 

PROVIEH sucht Paten oder Spender, die durch ihre Gelder meine anfallenden Futter-, Tierarzt- und Hufpflegekosten mittragen. 

Bitte überweist Eure Spende für mich unter dem Stichwort „Lasse“ auf folgendes Konto:

EthikBank | BIC GENO DEF1 ETK | IBAN DE 75 8309 4495 0003 2625 10

Oder benutzt einfach die Online-Spendenfunktion.

Fragen bezüglich einer Spendenpatenschaft oder Einzelheiten zu mir richtet bitte an: Kathrin Kofent: kofent@provieh.de oder 0431-24828-16.

Dafür danke ich Euch sehr!

 

 


 

Ältere Blog-Einträge

 

"Respekt vor dem Pferd"

Unsere Pferdeseite mit Artikel und Beiträgen rund um das Pferd, sowie Interviews und Buchvorstellungen.