Lebensmitteleinzelhandel blockiert Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration

Pressemitteilung

 

Ab 01.01.2019 ist das Kastrieren von Ferkeln ohne Betäubung endlich gesetzlich verboten. Nun muss die Lebensmittelbranche geschlossen praxistaugliche Alternativen unterstützen, damit Landwirte das millionenfache Leiden beenden können. Mehrere Einzelhandelsketten blockieren aber den Ausstieg aus der Kastration aus Angst vor Nachteilen bei der Vermarktung.

Das Ziel: Unversehrte Tiere

 

Zur Kastration stehen derzeit jedoch nur wenige praxistaugliche Alternativen zur Auswahl, die gesetzlich erlaubt sind und eine wirksame Schmerzausschaltung sicherstellen. Die tierschutzgerechteste Methode ist die Ebermast mit und ohne Immunokastration. Die männlichen Tiere bleiben unversehrt und werden gegen Ebergeruch geimpft. Eine chirurgische Kastration ist nicht erforderlich. „Aus Tierschutzsicht ist dies die Methode der Wahl, weil den Tieren die schmerzhafte Operation erspart bleibt“, sagt Angela Dinter, Fachreferentin bei PROVIEH.

Da die Verarbeitung und Vermarktung von Eberfleisch mit und ohne Impfung nicht ganz so vielseitig und einfach ist, wie das bei Fleisch von kastrierten Tieren der Fall ist, ziehen einige Lebensmitteleinzelhandelsunternehmen es weiterhin vor, beim Schlachthofbetreiber nur Fleisch von kastrierten Tieren abzunehmen. Dies führt zu großer Unsicherheit bei Landwirten, die eine tierschutzgerechte Lösung bevorzugen, aber keine Abnehmer für ihre Tiere finden.

Zum Glück gibt es Unternehmen, wie Edeka Südwest, Rewe, Penny, Aldi Süd und Aldi Nord, die mit ihrer Einkaufspolitik aktiv den konsequenten Ansatz unterstützen, gänzlich auf schmerzhafte Eingriffe am Tier zu verzichten.

Diesem Beispiel sind andere Unternehmen trotz mehrmaliger schriftlicher Aufforderung durch PROVIEH e.V nicht nachgekommen. „Dies bedauern wir sehr“, sagt Dinter „denn wir sehen den Lebensmitteleinzelhandel als wichtiges Bindeglied zwischen Landwirten und Verbrauchern. Der Lebensmitteleinzelhandel muss Tierschutzaspekte seiner Kunden in Lösungsvorschläge für Landwirte umwandeln und sie stützen, statt sie zu blockieren.“

05.04.2018

 

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