Lernen, lernen

Uff, Erwachsenwerden ist gar nicht so einfach. Neulich haben Birte und Kathrin mit der Trainerin Rebecca mit mir geübt. Puha, ich wusste echt nicht so richtig, was das sollte. Ich lief doch immer ganz gemütlich in meinem Tempo hinter den Menschen her. Wenn ich wollte blieb ich stehen oder wechselte die Seite. Die Menschen fanden das nun irgendwie unpraktisch. Sie meinten besonders der Weg zur Weide auf der Straße sei schon sicherer für uns, wenn wir uns aufeinander verlassen könnten. Deswegen haben wir diesmal an der Führposition gefeilt. Es dauerte schon eine Weile, muss ich zugeben, bis ich mich darauf einlassen konnte und verstand, warum mich Birte immer und immer wieder mit diesem orangen Stab antickte. Ich habe da buchstäblich ein dickes Fell, wenn ihr wisst was ich meine. Naja, die Menschen bezeichnen mich gerne als stoisch. Nun blieben aber alle ganz geduldig und dann nach einigen Runden hatte ich es dann doch verstanden. Ich sollte schneller werden und dann neben dem Menschen auf laufen statt hinter ihm. Dann hörte das Ticken auf und ich bekam eine Pause mit Streicheleinheiten.

Rückwärts gehen und die Hinterhand drehen hatte ich ja schon letztes Mal gelernt. Und nun gehe ich also regelmäßig in die Pferdeschule. Wenn ich ehrlich bin, fängt es schon an mir Spaß zu machen. Gestern habe ich das freie „Folge mir“ gelernt. Ohne dass man mich jemand an Halfter oder Führstrick festhält laufe ich dabei dem rückwärts laufenden Menschen hinterher. Fragt mich nicht warum ich das machen soll. Jedenfalls waren Birte und Rebecca sehr stolz auf mich und haben mich ganz viel gelobt.

Infobox

Pferd und Mensch sind in ihrer Natur sehr verschieden. Grundsätzlich ist der Mensch in den Augen des Pferdes ein Raubtier. Unter natürlichen Bedingungen würde das Pferd als Fluchttier den Menschen in seiner Nähe nicht dulden.

Sehr häufig werden Pferde leider mit Druck und Zwang bis hin zur Gewalt behandelt und „ausgebildet“. Oftmals sind diese Tiere gebrochen und ergeben sich ihrem Schicksal oder sie werden „verhaltensauffällig“ oder gar gefährlich.

PROVIEH lehnt diese Art des Umgangs mit Pferden vehement ab.

Damit ein domestiziertes Pferd den Menschen nicht nur erträgt sondern gern in seiner Nähe ist und sich ihm offen zuwendet, bedarf es gegenseitigem Respekt und Vertrauen.

Idealerweise fühlt sich das Pferd bei seiner Bezugsperson sicher und gut aufgehoben. Es achtet auf sein menschliches Gegenüber und folgt ihm vertrauensvoll auch ohne den Schutz seiner Herde. Wichtig dabei ist eine feste Basis. Durch die pferdefreundliche Umgangs- und Trainingsmethode „Natural Horsemanship“ lernen die beiden Spezies sich besser zu verstehen. Die Kommunikation wird klarer und es kann ein festes aber dennoch sanftes Band zwischen Pferd und Mensch entstehen. „Natural Horsemanship“ lehrt eine natürliche Kommunikation zwischen Mensch und Pferd, die auf Respekt und Vertrauen beruht.