Lokale Betäubung ist keine Alternative zur Schmerzausschaltung bei der Ferkelkastration

Der Bayrische Bauernverband fordert die Zulassung von örtlichen Betäubungsverfahren bei der Kastration von Ferkeln und die Anwendung durch den Landwirt selbst. Hierzu wurde ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, aus dem hervorgehen soll, dass eine Vollnarkose bei der Ferkelkastration nicht zwingend erforderlich ist und eine lokale Schmerzausschaltung ausreicht. Der Bauernverband Bayern fordert zudem, dass sowohl die Injektion als auch die Kastration vom Landwirt selbst durchgeführt werden darf.

Hierfür spricht sich aktuell auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt aus und stellt sich damit hinter die „Herrieder Erklärung“, ein von Organisationen und Verbänden rund um die Schweinebranche verfasstes Forderungspapier.

Das Rechtsgutachten berücksichtigt nicht die bereits in Deutschland durchgeführten wissenschaftlichen Studien zum Einsatz von Lokalanästhetika bei Ferkelkastrationen. Aus den wissenschaftlichen Arbeiten geht hervor, dass der Injektionsschmerz mit dem Schmerz einer betäubungslosen Kastration gleichzusetzten ist. Dies liegt an der schwierigen Anwendungsart. Das Medikament muss nämlich mehrfach in den Samenstrang und / oder die Hoden injiziert werden, was auch unter fachkundiger Ausführung zu erheblichem Schmerz und Leid für die Tiere führt. 

PROVIEH lehnt daher die Lokalanästhesie als Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration ab, da sie weder die Unversehrtheit noch die schmerzfreie Kastration der Tiere sicherstellt.

PROVIEH setzt sich deshalb weiterhin für die Ebermast ein und favorisiert die Impfung gegen Ebergeruch als Alternative zur Kastration.

 

PROVIEH begrüßt und unterstützt die Stellungnahme der TVT und die Pressemitteilung der „Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft e. V.

 

Angela Dinter

26.06.2017


 

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