Mahnmal im Kreuzfeuer verstummt

08.10.2015: In Alt Tellin betreibt Schweinebaron Adrianus Straathof Europas größte „Ferkelfabrik“ mit 10.500 Muttersauen. Diese „produzieren“ für ihn alljährlich eine viertel Million Ferkel. Anfang der Woche wurde direkt gegenüber dieser Anlage ein von der Bürgerinitiative "Rettet das Landleben" errichtetes Mahnmal bei Nacht und Nebel gestohlen. Mehr als eine halbe Tonne Stahl, einfach weg.

Die Bürgerinitiative geht nicht von Metalldieben aus, da das Kreuz beim Schrotthändler nicht einmal einen dreistelligen Betrag bringen würde. PROVIEH stellt sich die Fragen: „Hat das sechs Meter hohe rosafarbene Kreuz einen empfindlichen Nerv getroffen? Für wen war der Anblick so störend, dass er Diebstahl begehen musste? Und was war der Zweck dieser Aktion – sollte der Protest zum Schweigen gebracht werden?“

Das Kreuz war Aufschrei und Warnung zugleich. Im Rahmen einer Kundgebung war das Protestkreuz erst am 19. September als Zeichen gegen Massentierhaltung von dem Künstler Norbert Herfurth enthüllt worden. Es sollte dauerhaft als Mahnmal für das Leid der Tiere gegenüber von Europas größter Ferkelfabrik stehen. Ein PROVIEH-Team war vor Ort und sprach mit Betroffenen und Umweltschützern. Bereits nach kurzer Zeit litten unsere Mitarbeiterinnen unter Kopfschmerzen, tränenden Augen und brennenden Atemwegen. Schier unvorstellbar und doch zum Greifen nah wurde so das Tausendfache Leid der Schweine in der Stallanlage.

Mehrfach wurde dort in den vergangenen Jahren eine Überschreitung des Gaskonzentrations-Grenzwertes gemessen. Einige Zahlen deuten zudem auf eine Überbelegung in der Anlage hin. Der BUND reichte 2012 Klage gegen die Genehmigung der Sauenanlage ein, aufgrund vorliegender Rechtsverstöße gegen Tierschutz- und Naturschutzvorschriften. Eine diesbezügliche Verhandlung wird bald geführt.

PROVIEH bitte um eine Spende an die Bürgerinitiative "Rettet das Landleben": https://www.facebook.com/saustalltellin, damit schnellstmöglich ein neues Mahnmal errichtet werden kann.

 

Ansprechpartner:

 

Stefanie Pöpken,                                  Kathrin Kofent

Tel.: 0431. 24 82 8-14,                       Tel.: 0431. 24 82 8-16, 

E-Mail: poepken@provieh.de                E-Mail: kofent@provieh.de

 

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