"March against Monsanto" in Hamburg mit Redebeitrag von PROVIEH

24.05.2016: MONSANTO und Co. haben die Welt fest im Griff mit ihren gesundheitsgefährdenden Unkrautvernichtungsmitteln und ihrem gentechnisch veränderten Saatgut. Daher wird einmal im Jahr weltweit der „March against Monsanto“ durchgeführt um lautstark  gegen die Umweltvernichter zu protestieren. Dieses Jahr hat PROVIEH auf der Abschlusskundgebung in Hamburg vor den Demonstranten einen kurzen Vortrag gehalten wie Monsanto die Massentierhaltung befördert und mit ihr groß Kasse macht. Den Vortrag in Schriftform könnt ihr hier nachlesen:
 

„We feed the world“

Eigentlich sollte dieser Spruch von allen Bauern kommen, aber das tut er nicht. Dieser Spruch wird geprägt vom weltweit größten Saatgut-, Herbi- und Pestizidhersteller und Verfechter genetisch manipulierter Organismen: MONSANTO!

Ein global mittlerweile so verflochtenes Imperium, das großen Einfluss auf Staaten, Politiker, Landwirte, Tiere, Umwelt und nicht zuletzt auf uns Menschen hat. Ein Konzern, der sich Transparenz gegenüber allen, die er beeinflusst, auf die Fahne geschrieben hat, der wissenschaftlich arbeitet um neue Erkenntnisse zu gewinnen, um noch besser zu werden. Und der im Dienste der Menschheit steht. So versteht sich MONSANTO und so sieht sich MONSANTO.  

Aber wenn es um Studien zu krebserregenden Eigenschaften bei Glyphosat geht, dann wird MONSANTO plötzlich schmallippig, hält Recherchen zurück, gibt sich einsilbig und verteilt großzügige Spenden an Institute (ILSI) und Entscheidungsträger und Vorsitzende der FAO/WHO Arbeitsgruppe.

Und seien wir einmal ehrlich und zwar wirklich ehrlich: So viele große Lügen wie auf MONSANTOs Internetseite liest man selten. MONSANTO arbeitet nachhaltig, ja, das stimmt, der Konzern arbeitet so, dass er seinen Gewinn maximiert, Abhängigkeiten schafft und mit der Not der Kleinbauern in Entwicklungsländern ordentlich Kasse macht und sich so nachhaltig in der Landwirtschaft der kleinen und großen Landwirte einnistet, dass es für diese unmöglich wird zukünftig ohne MONSANTO auszukommen.

Der Konzern MONSANTO versteht sich als die Lösung in der zukünftigen Ernährungsfrage der Menschheit und verschweigt doch, dass er nur darauf aus ist, sein und nur alleine sein Saatgut auf den Markt zu bringen, gut angepasste alte Sorten schlecht zu machen und diese vom Markt zu drängen.

Wie kann ein Konzern nachhaltig sein und die Biodiversität fördern, wenn er dazu beiträgt, dass riesige Naturräume wie Wälder, Savannen, Moore und so weiter durch die oft illegale Landnahme zerstört werden, nur damit dort später Soja- und Maisfelder entstehen? Pflanzen, die genetisch so manipuliert wurden, dass sie gegen Unkrautvernichtungsmittel resistent sind, denen aber eine kurzfristige Überschwemmung den Garaus machen und die Bauern ohne Ernte dastehen lassen?

Soja, dass in den Mägen der europäischen und auch deutschen Nutztiere landet. Diese Tiere werden unter unwürdigsten Bedingungen gehalten - nur damit wir jeden Tag unser Fleisch zum Sonderangebot bekommen. Tiere, die unter dem starken Gebrauch von Glyphosat leiden, weil die Futtermittel immer noch voll von dem Zeug sind. Tiere, die an chronischer Vergiftung leiden, die oftmals einen langen und qualvollen Tod bedeutet. Tiere, die missgebildeten Nachwuchs auf die Welt bringen.

Und es gibt da starke Parallelen zum Menschen, der immer und immer wieder Glyphosat ausgesetzt ist: Missbildungen, Fehlgeburten, Krebs, Atemwegserkrankungen - alles Folgen von der Ignoranz und der Geldgier MONSANTOs.

Der Mensch ist doch völlig egal. Natur? Das wilde Chaos? Das muss geordnet werden und am besten in Soja- und Maismonokulturen verwandelt werden.

Was wäre denn, wenn es MONSANTO und Co. nicht mehr geben würde? Dann wäre die Tierhaltung, wie sie jetzt praktiziert wird und weltweit in unfassbarem Maße zunimmt beziehungsweise ausgebaut wird doch gar nicht möglich! MONSANTO lebt von der Massentierhaltung und die Massentierhaltung lebt von MONSANTO!

MONSANTO verspricht seinen Kunden immer mehr Erträge mit immer geringerem Ressourcenverbrauch. Leider glauben das zu viele verzweifelte Menschen und füttern damit die prallen Konten des Konzerns. Und was macht MONSANTO, wenn das teuer gekaufte Saatgut eingeht durch zum Teil vorhersehbare Wetterereignisse? NICHTS. Die Schulden müssen die betrogenen Bauern trotzdem begleichen. Der Konzern MONSANTO weiß schon wie er sein Geld bekommt.

„We feed ourself“ sollte es doch eher heißen. Denn das tut MONSANTO und das wird er immer tun nach dem Motto „me myself and I“. Und wer den ganzen Quatsch glaubt, den die Lobbyisten verbreiten, der kann entweder nicht lesen oder lässt sich von dem vielen Geld blenden.

MONSANTO vergisst nur eine Sache: UNS. WIR wollen MONSANTO nicht.

MONSANTO tötet uns. MONSANTO tötet die Natur. MONSANTO tötet die Welt, MONSANTO will nur unser Geld.

Bild: March against Monsanto Hamburg