Mehr Biss: PROVIEH informiert auf dem Parteitag von Bündnis 90/Die Grünen

22.11.2014: Freiheit, Flüchtlingspolitik sowie Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik waren die großen Themen auf dem Parteitag der Grünen in der Sporthalle Hamburg (21. bis 23. November). Da durfte PROVIEH nicht fehlen: Viele Delegierte informierten sich am Stand des Vereins über dessen Arbeit.

Trotz des Rückziehers bei der Forderung nach einem bundesweiten „Veggieday“, positionierten sich Abgeordnete wie Parteichefin Simone Peter, Toni Hofreiter und Christian Meyer klar gegen die industrielle Massentierhaltung und das Transatlantische Handelsabkommen TTIP und für eine ökologische Lebensmittelwirtschaft. Zentrale Anliegen, die auch PROVIEH verfolgt. Gerade auch deshalb fand der Informationsstand, der sich direkt an Eingang zur Halle befand, regen Zulauf der Parteimitglieder.

Begehrt waren die aktuelle Ausgabe des PROVIEH Magazins, die „Artgerecht statt ungerecht“-Aufkleber und auch die Stoffhühner, die der Verein von der gemeinnützigen Gesellschaft „Die Brücke SH“ herstellen lässt. Gute Gespräche mit den Delegierten zeigten viele Gemeinsamkeiten bei der Zielsetzung der Arbeit  auf, aber auch durchaus einige Unterschiede: Während PROVIEH sich grundsätzlich nicht gegen die „Nutz“tierhaltung als solche einsetzt und Vegetarier, Veganer sowie bewusste Fleischesser vereint, lehnen einzelne Grüne die Produktion tierischer Lebensmittel kategorisch ab.

Die Rede der Trägerin des alternativen Nobelpreises, Vandana Shiva, bekräftigte PROVIEHs Überzeugung, dass eine lokale, ökologische Landwirtschaft gesünder, gerechter und umweltfreundlicher als der industrielle „Gegenpart“ ist. Konzerne wie Monsanto hätten das Saatgut nicht erfunden. Vielmehr sei die industrielle Landwirtschaft mit schweren Schäden für Mensch und Umwelt verbunden. „Es ist kein Zufall, dass mehr als eine Milliarde Menschen auf der Welt hungern. Chemisch behandeltes Essen dient nicht der Ernährung, sondern schädigt unsere Gesundheit“, sagte Shiva.

Gegenwind war für PROVIEH auf dem Parteitag der Grünen nicht zu spüren. Viele weitere Initiativen und Vereine wie die Bürgerinitiative Wietze, die sich gegen riesige Schlachthöfe einsetzt, stellten sich den Delegierten vor. So konnten diese sehen, dass der Protest gegen die Massentierhaltung wächst und breite Bevölkerungsschichten anspricht. Zu hoffen bleibt, dass die Grünen das Thema zukünftig stärker in den Fokus rücken und als essentiellen Teil einer starken Profilbildung verstehen. So könnten sie dem Motto des Parteitages entsprechen und mit „mehr Biss“ in die nächste Wahlperiode gehen.

Denis Schimmelpfennig, Regionalgruppe Kiel