Nein zum Wegwerfkalb: Im Kälberhort von Maik Kindler bekommen „aussortierte“ Kälber eine zweite Chance

Zwei Ammenkühe mit Kälbchen29.06.2015: „Ein Kalb habe ich sogar lebend vom Misthaufen geborgen. Das war gerade frisch geboren und wurde gleich entsorgt, als feststand, dass es zu klein war. Die Aufzucht hätte sich für den Landwirt nicht gelohnt.“ So und ähnlich klingen die Sätze, die wir von Maik Kindler während unseres Besuchs im Kälberhort zu hören bekommen. Maik wohnt mit seiner Familie und den Tieren im beschaulichen Grebbin in Mecklenburg-Vorpommern. Schwerin liegt ca. 20 Autominuten entfernt. Seit 2011 hat er es sich neben seinen familiären, beruflichen und ehrenamtlichen Verpflichtungen zur Aufgabe gemacht, kranke, zu kleine oder behinderte Kälber aufzunehmen und hochzupäppeln. „Wenn ich einen Platz frei habe, ist dieser auch schnell wieder besetzt“, schmunAndrea und ihr "Karamell-Kälchen"zelt Maik.

Zu jedem Kalb und jeder Kuh, die sich in seiner Obhut befindet, hat er eine Geschichte zu erzählen. Seine heimliche Favoritin ist Andrea,  die erfahrenste, wenn es um Pressetermine und Filmauftritte geht. Aber nicht nur im Modelbusiness kennt sie sich aus – Andrea ist außerdem eine hervorragende Ammenkuh, die sich zurzeit um ein karamellfarbenes namenloses Kalb von einem Biobetrieb kümmert.

Die Kühe mit ihren eigenen oder "adoptierten" Kälbern auf der Weide zu sehen war bereichernd und hoffungsvoll stimmend. Wann sieht man schon mal Mutter und Kind zusammen auf der Weide? Fast jeder Landwirt würde nun argumentieren, dass es sich ja nicht um Milchkühe handele und der Kälberhort fernab jeglicher Realität sei. Das mag stimmen, aber: Es braucht solche Menschen wie Maik Kindler, die auch den „Wegwerfkälbern“ eine Chance geben.

Ein ausführlicher Reisebericht wird im PROVIEH Mitgliedermagazin 3/15 erscheinen.

Stefanie Pöpken                                                                                                      Fotos: © PROVIEH


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