Neuer Film „The End of Meat“ zeigt Wege zu einer Zukunft ohne Fleisch auf

Der Regisseur Marc Pierschel stellte am Wochenende erstmalig seinen Dokumentarfilm „The End of Meat“ in Berlin vor. Begleitet wurde die Premiere von der gleichnamigen Konferenz, bei der Philosophen, Wissenschaftler und Praktiker eine Welt ohne Fleisch ergründeten.

Wie kann eine Welt aussehen, in der wir Tiere nicht mehr mästen, schlachten und verzehren? Welche Wege könnten in so eine Gesellschaft ohne Fleischkonsum führen? Welche Auswirkungen hätte dies auf unsere Umwelt, unsere Tiere, unsere Gesundheit, unser Leben? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Filmemacher und Autor Marc Pierschel in seinem neuen Film „The End of Meat“. Dazu spricht er mit Menschen, die mit Tieren zusammen leben, die niemanden nützen müssen und trifft auf Esther – ein Schwein, dass das Leben zweier Kanadier komplett umkrempelte. Außerdem reist er in die erste vegetarische Stadt der Welt.

Die Anzahl an Vegetariern und Veganern steigt zwar vor allem in der westlichen Welt stetig, gleichzeitig nimmt der Fleischkonsum jedoch weltweit immer weiter zu. Fleisch- und Milchprodukte gelten als Luxusprodukt, welches sich zukünftig noch mehr der drei Milliarden Menschen in Indien und China werden leisten können. Dies hat auch unmittelbare Auswirkungen auf unsere Umwelt, denn die Fleischproduktion verbraucht sehr viel Wasser, Land und produziert klimaschädliche Gase. Eine Oxfordstudie hat errechnet, dass ein globaler Wechsel zu einer pflanzenbasierten Ernährung bis 2050 um die acht Millionen Leben retten könnte, die Treibhausgasemissionen um zwei Drittel reduzieren und zu Einsparungen von 1,5 Billionen US-Dollar führen würde. Aber wie kann so ein Wechsel funktionieren? Eine Antwort bietet das sogenannte „Kulturfleisch“, gezüchtet aus Stammzellen, die mit einem kleinen Pieks aus der Pobacke einer Kuh entnommen werden. In fünf bis zehn Jahren soll der tötungsfreie Burger bezahlbar und damit marktreif sein.

Auf der Konferenz zum Film macht sich der Philosoph Richard David Precht für diese tier- und umweltfreundlichere Methode stark. Er warnt die Politik jedoch davor, diesen gigantischen Umbruch in der Ernährungsindustrie zu verschlafen und dem Silicon Valley damit ein Zukunftsmonopol über den weltweiten Fleischmarkt zu überlassen. Den ersten Burger wird es laut Precht wohl im Prenzlauer Berg geben, bevor Kulturfleisch die ganze Welt erobert und konventionelles Fleisch aus dem Schlachthaus dann nur noch als Spezialität zu kaufen geben wird.

Wenn auch nicht alle Fragen abschließend beantwortet werden, lässt der Film „The End of Meat“ auf eine zukünftige Welt mit mehr Mitgefühl hoffen, in der Tiere als empfindsame Wesen wahrgenommen werden.

Der Film läuft in Deutschland ab dem 3. September im Kino.

29.08.2017

Jasmin Zöllmer