Neues Nutztierschutz-Internetportal der UN-Welternährungsorganisation FAO

Seit dem 22. Mai 2009 ist die FAO mit ihrem neuen Internetportal „The Gateway to Farm Animal Welfare“ (zu Deutsch etwa „Das Tor zum Nutztierschutz“) online.

Darin soll verlässlich über verschiedenste Aspekte des Nutztierschutzes - von der Zucht über Mast und Transport bis zur Schlachtung/Keulung - informiert werden, darunter Gesetze und Standards, Forschungsergebnisse, Praktiken und politische Maßnahmen. Die Zielgruppe des Onlinedienstes umfasst Politiker und Gesetzgeber, Landwirte und Forscher, Züchter- und Mästerorganisationen, die Vertreter der Lebensmittelindustrie und des -einzelhandels sowie Nutztierschützer und andere interessierte Nichtregierungsorganisationen.

Die FAO entwickelte die Website unter anderem gemeinsam mit der Europäischen Kommission, dem Internationalen Tierseuchenamt (OIE), der World Veterinary Association und dem Internationalen Fond für Landwirtschaftliche Entwicklung (ifad). Außerem mit einigen international tätigen Tierschutzvereinigungen, wie zum Beispiel mit PROVIEHs Partnerorganisation Compassion In World Farming, der Humane Society International und dem International Fund for Animal Welfare.

Damit reagiert die FAO zum einen auf die Ausweitung der Nutztierhaltung, die sich seit den 90er Jahren immer weiter in die Länder der südlichen Hemisphäre verschiebt, auch dort zunehmend intensiviert und insgesamt immer mehr an wirtschaftlicher Bedeutung gewinnt: 40 % der Wertschöpfung in der Landwirtschaft stammt inzwischen aus der Nutztierhaltung, welche ca. für eine Milliarde Menschen die Lebensgrundlage bildet. Zum anderen reagiert die FAO mit dem Portal auf die steigende Bedeutung, die dem Nutztierschutz seit einigen Jahren beigemessen wird - nicht nur seitens der Zivilbevölkerung und ihren Organisationen, sondern auch auf zwischenstaatlicher Ebene, vor allem auch wegen der zahlreichen Fleisch- und Tierseuchenskandale der letzten Jahrzehnte (BSE, Maul- und Klauenseuche, qualvolle Langstrecken-Tiertransporte, Schweinegrippe etc).

Es ist begrüßenswert, dass ein solches Instrument zum Informationsaustausch, zur Weiterbildung (es werden auch Seminare und Konferenzen online angeboten) und letztlich hoffentlich zur Anhebung der internationalen Nutztierschutzstandards ins Leben gerufen wurde. Es scheint endlich bei den Entscheidern (auch in Drittländern) angekommen zu sein, dass sich das Wohlergehen der Nutztiere auf ihre Leistung bzw. Produktivität auswirkt. Nun müssen sie alle „nur noch“ die richtigen Konsequenzen aus dieser Erkenntnis ziehen ... .

Zum neuen Internetportal der FAO kommen Sie hier.

02.06.2009 - Sabine Ohm, Europareferentin