Mastenten

 

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„Köpfchen unters Wasser – Schwänzchen in die Höh“. Dieser bekannte Vers vermittelt die Botschaft: Enten sind Wasservögel. Das weiß doch jedes Kind. Die Mastbetriebe scheinen das vergessen zu haben.

In Deutschland werden jährlich über 15 Mio. Enten gemästet. Zusätzlich importieren wir Entenfleisch aus Ungarn, Frankreich und anderen Ländern. Dort stammt das Fleisch häufig aus der sogenannten Stopfmast, die in Deutschland verboten ist.

Gemästet werden Pekingenten, Moschusenten (Flugenten) und Mularden (unfruchtbare Kreuzung zwischen diesen beiden Rassen). Obwohl alle drei zu den Wasservögeln gehören, werden Pekingenten zumeist auf Einstreu in Ställen mit Betonfußboden gehalten, Moschusenten aufgrund ihres anfälligen Gefieders sogar nur auf Gitterböden ohne Einstreu. Wasser bekommen sie lediglich aus Nippeltränken. Für die artgemäße Körperpflege der Tiere ist Wasser jedoch unabdingbar. Ohne Wasser verstopfen die Nasenlöcher und auch die Funktion der Bürzeldrüse ist sehr eingeschränkt. Struppiges und sprödes Gefieder sind die Folge. Schmutz und Kot bleiben haften, die Federn brechen ab.

Durch den perforierten Boden oder die feuchte, harte Einstreu kommt es außerdem zu Verformungen der Beine, weil die Knochen und die inneren Organe langsamer wachsen als die Muskeln und Verletzungen der weichen Schwimmhäute, Entzündungen der Fußballen, Abschürfungen, Rissen und Quetschungen. Viele Enten sind zum Ende der Mast nicht mehr in der Lage, sich fortzubewegen und verhungern oder verdursten qualvoll.  Ähnlich wie Masthähnchen und Puten sind auch Mastenten darauf gezüchtet, möglichst schnell möglichst viel Muskelfleisch anzusetzen. Es kommt zu Herz- und Kreislauferkrankungen sowie

Die Enten werden in riesigen Herden in erdrückender Enge gehalten. So werden etwa sieben  Pekingenten pro qm vom Mäster einkalkuliert. Bei den Moschusenten sind es sogar dreizehn weibliche oder sieben männliche Tiere pro qm. Dadurch kommt es zu Verhaltensstörungen wie Federrupfen und Kannibalismus. Um Moschusenten dennoch so eng halten zu können, werden ihnen ohne Betäubung die Oberschnäbel und Krallen abgeschnitten. Das ist sehr schmerzhaft, da Krallen und Schnäbel mit Nerven durchzogen sind.  

Als „durchschnittlich“ gelten bei der Entenhaltung mit 90 Tagen Mastdauer Verlustraten von bis zu acht Prozent.

Langfristig fordert PROVIEH die Haltung von Enten nur noch in Anlagen mit Teichen bzw. Tiefbecken. Die Haltung ohne offen zugängliche Wasserflächen ermöglicht den Tieren kein artgerechtes Verhalten im Bezug auf Nahrungsaufnahme, Körperpflege, Fortbewegung und Komfortverhalten. Solch eine Haltung verstößt gegen § 2 des Tierschutzgesetzes und darf von den Behörden nicht länger toleriert werden.

 

Dafür setzt sich PROVIEH ein:

  • Ersetzen von Nippeltränken durch Rinnentränken, große Rundtränken oder Flachbecken, die ein vollständiges Eintauchen des Kopfes erlauben
  • Tiefbeckenhaltung als einzig erlaubte Haltungsform
  • täglicher Weidezugang