Archiv - Thema Rinder

2013
Hoffnung auf mehr Rechte und "glückliche Kühe"

16.12.13: Im Oktober 2012 startete der US-amerikanische Speiseeishersteller Ben & Jerry’s die Kampagne „Happy Cows”. Die Kampagne hat das Ziel, europaweite gesetzliche Mindeststandards für die Milchkuhhaltung einzuführen. Über 290 tausend Menschen haben für diese Kampagne unterschrieben. Mehr...

Kälber, bleibt bei euren Müttern! 

Ökologische Landwirte machen sich auf den Weg zu einer wesensgerechteren Milchviehhaltung. 30.09.2013: Zum Standard  der konventionellen und ökologischen Milchviehwirtschaft gehört noch, die Kälber möglichst bald nach ihrer Geburt von ihrer Mutterkuh zu trennen und in den ersten Lebenswochen in Einzelboxen zu halten. In der ersten Lebenswoche erhalten sie zwei- bis dreimal täglich Biestmilch (Colostrum) von ihrer Mutter und werden so mit den ersten, lebensnotwendigen Immunglobuline zur Abwehr von Krankheitserregern versorgt. Mehr...

Achtung Wahlkampflüge: Exportsubventionen wurden nicht abgeschafft, sondern nur auf Eis gelegt

17. September 2013: Die Regierungskoalition ist bemüht, ihre Bilanz in Sachen Tierschutz zu schönen, und schreckt dabei nicht vor falschen Darstellungen zurück. In der Pressemitteilung Nr. 221 vom 25. Juli 2013 gab Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner stolz die „Streichung aller verbliebenen Exportsubventionen“ bekannt. Dabei handelt es sich gar nicht um eine komplette Abschaffung der Ausfuhrerstattungen, sondern nur um eine vorläufige Herabstufung „auf null“. Im Falle von „außergewöhnlichen Marktsituationen“ kann dieses Instrument – für tierische Erzeugnisse genauso wie für lebende „Zuchttiere“ – jederzeit wieder eingesetzt werden. Mehr...

Kalb ist nicht gleich Kälbchen - Pech gehabt...

15.07.2013: Gibt man bei der meistverwendeten Internet-Suchmaschine den Begriff "Kalb" ein, so vervollständigt das Programm automatisch: Kalbsbraten, Kalbsbries, Kalbsleber, Kalbsschnitzel. Gibt man aber "Kälbchen" ein, schlägt das Programm einem vor: Kälbchengeburt, Kälbchen kaufen, Kälbchenstall. Nur in der Verniedlichungsform wird ein junges Rind also für uns zu einem lebendigen Wesen. Das Netz bietet uns dann "süße" Bilder von Kälbchengeburten an, und damit avanciert das neugeborene Rind nicht nur zum lebenden, sondern sogar zum "fühlenden Wesen", wie die Amtssprache es nennt. Wenn wir indes gerade Appetit haben, sind wir nicht so in Stimmung, das Kälbchen "niedlich" zu finden. Dann wird es zum Kalb, zum Rohstoff. Pech gehabt. Mehr...

Milchkühe zwischen Leistung und Leid

11.06.2013: Welches Tier in der Landwirtschaft strahlt mehr Gemütsruhe aus als eine behaglich wiederkäuende Kuh im Schatten eines Baumes auf der Weide? Es verwundert wohl kaum, dass diese großen, so ruhig und sanft erscheinenden Nutztiere mit den ausdrucksstarken Augen sogar schon als Co-Therapeuten für Menschen herangezogen werden. „Kuh-Kuscheln“ ist als Selbsterfahrungskurs mit Heilwirkung im Nachbarland Niederlande ganz groß im Kommen. Doch der gefühlvolle Eindruck täuscht. Moderne Milchkühe sind längst keine wohlig grasenden Bauernhoftiere mehr. Sie sind Opfer des betriebswirtschaftlichen Leistungsanspruchs an die Milchmenge, die ihnen täglich abgemolken werden soll und durch die sie jeden Tag an ihre biologische Belastungsgrenze geführt werden. Selbst kleine Fehler in der Fütterung, der Haltung und dem Management führen bei ihnen schnell zu Leistungseinbrüchen, Gesundheitsproblemen und Leid. Aus den sanften Bilderbuchfreunden unserer Kinderzeit wurden tierische Extremsportler mit erschreckend kurzer Lebenserwartung gezüchtet. Mehr...

2012
Milch ist immer noch viel zu billig

21.09.2012: "Der zu niedrige Milchpreis hat für Bauern und Tiere weitreichende Folgen. Nachdem in den Jahren 2008 und 2009 die Milchkrise die Bevölkerung aufgerüttelt hatte und die Europäische Union (EU) einige Sonderhilfsmaßnahmen ergriff, war es um dieses Thema zunächst wieder still geworden. Aber nicht etwa, weil die damaligen Forderungen der Milchbauern erfüllt worden wären, denn seither hat sich der Milchpreis nicht wirklich erholt – obwohl die breite Mehrheit der Menschen in der Krisenzeit offen ihre Bereitschaft signalisierte, einen höheren, fairen Preis für Milch und Milchprodukte zu zahlen. Mehr... 

Enthornen oder genetisch hornlose Kühe? Ein riskanter Kompromiss

07.06.2012: Kühe haben Hörner, das weiß eigentlich jedes Kind. Doch in der modernen Milchwirtschaft sucht man meist vergeblich nach Kühen mit Hörnern. Die Hornanlagen werden den Kälbern schon in den ersten Lebenswochen mit einem Brennstab ausgebrannt, um das Wachstum der Hörner zu verhindern. Der Eingriff dauert etwa acht Sekunden pro Horn. Er wird meist vom Landwirt selbst vorgenommen, darf nach geltendem Tierschutzrecht bei unter sechs Wochen alten Tieren ohne Betäubung erfolgen und ist für die Kälber sehr schmerzhaft. PROVIEH kennt etliche Milchbauern, die liebend gerne auf diese Verstümmelung ihrer Tiere verzichten würden.  Mehr...

Milchkühe im Wiesenglück

07.06.2012: Leise muht und stampft es aus dem Stall. Die rotbunten (braun-weißen) Milchkühe von Bauer Jörn Sierck warten bereits ungeduldig, als er die hintere Stalltür öffnet. Nach der langen Winterpause dürfen die Tiere endlich wieder auf die Weide. Um den alljährlichen Weideauftrieb zu feiern, hat Milchbauer Sierck ein kleines Fest veranstaltet, das mittlerweile Tradition hat. Die Gäste können sich auf ein leckeres Frühstück freuen, auf Trecker-Rundfahrten und einiges mehr. In diesem Jahr kam auch der Biobauer und Schriftsteller Mathias Stührwoldt und begeisterte das Publikum mit seinen Geschichten. Mehr... 

2011
Meine Kuh im Netz Wie Fleisch aus artgemäßer Rinderhaltung per Internet Kunden findet

Essen Sie Fleisch? Dann sollte es Sie interessieren, woher es stammt. Welches Tier wurde für Ihren Genuss von Wurst oder Gebratenem aufgezogen und geschlachtet? Wie hat es gelebt und wie wurde es versorgt? Eine befriedigende Antwort darauf bleiben uns die meisten Fleischerzeuger schuldig. Mehr...

Nur noch Kühe ohne Hörner?

11.10.2011: Auf etlichen Verpackungen von Milchprodukten sind Rinder mit Hörnern auf Bergwiesen abgebildet. Leider spiegeln sie nicht die Realität wieder. Denn sieht man sich in der deutschen Weidelandschaft um, gehören behornte Rinder zur Ausnahme. Mehr als 90 Prozent aller Kühe in Deutschland werden bereits als Kälber enthornt. Mehr...

2010
Die Kuh ist der falsche Sündenbock in der Klimadebatte

17.12.2010: Massentierhaltung ist nicht nur tierquälerisch, sie ist auch umwelt- und klimaschädlich. Daran besteht heute überhaupt kein Zweifel mehr. Die Weltagrarorganisation FAO hatte im November 2006 eine viel beachtete Studie über die vielfältigen negativen Auswirkungen der Nutztierhaltung veröffentlicht. Mehr...

Ammenkuhhaltung - eine tiergerechte Variante zur mutterlosen Kälberaufzucht

15.12.2010: Die Milchviehwirtschaft ist durch das mehrfache Melken am Tag und die Kälbergeburten besonders arbeitsintensiv. Eine Kuh der modernen Hochleistungsmilchrassen gibt kurz nach der Kalbung so viel Milch, wie sie bequem für vier Kälber reichen würde. Diese Milchmenge nimmt in den Folgemonaten ab, so dass die Kuh schließlich trockengestellt und erneut künstlich besamt wird. Um die Milch für den Verkauf und damit für die menschliche Ernährung zu gewinnen, ist es üblich, die Kälber sofort nach der Geburt von ihren Müttern zu trennen und separat aufzuziehen („mutterlose Aufzucht“). Mehr...

Gemeinsam für faire Milch

03.12.2010: In der EU wird mehr Milch erzeugt als verbraucht. Das drückt auf die Erzeugerpreise der Milchbauern. Der Milchpreis liegt heute in fast allen europäischen Ländern auf einem Niveau, das nicht mehr die Kosten der Erzeugung deckt. Immer weniger Milchbauern gelingt es noch, genügend Einkommen zu erzielen, um ihre Familien zu ernähren und gleichzeitig Kapitalrücklagen zu bilden. Kleine Milchbetriebe sind genauso betroffen wie Wachstumsbetriebe mit hohem Investitionsaufwand. Eine Erhöhung der Milchquoten hat den Strukturwandel im überwiegend kleinbäuerlich strukturierten Milchbereich noch weiter verschärft mit der Folge, dass tausende europäische Milchbauern in den letzten beiden Jahren aufgeben mussten. Der Glaube an ein ungebremstes Wachstum der Betriebe schadet der Milchviehhaltung in Europa. Mehr...

Wie leben glückliche Rinder? Ein Interview mit Mechthild Bening, die seit 18 Jahren erfolgreich robuste weiße Galloways züchtet

01.12.2010: Die meisten der 12,8 Millionen deutschen Rinder leben im Stall. Um hohe Leistung zu bringen, bekommen sie außer Raufutter auch viel Kraftfutter. So können Bullen in nur 18 Monaten ihr Schlachtgewicht erreichen. Nur einige Rinder haben zumindest im Sommer Freilauf auf der Koppel. Als am tiergerechtesten – sofern fachgerecht betrieben – kann die ganzjährige extensive Freilandhaltung angesehen werden. Mehr...

Milch: Bundeskartellamt empfiehlt Erzeugergemeinschaften für eine Stärkung der Milchbauern

18.03.2010: Genossenschaften schützen Bauerninteressen nicht ausreichend laut Zwischenbericht zur Sektoruntersuchung Milch. In der durchgeführten Untersuchung beleuchtet das Kartellamt die Machtverteilung zwischen Erzeugern, Molkereien und Handel. Dafür befragte das Amt 36 Molkereien und fast den gesamten Lebensmitteleinzelhandel. Ergänzt wurden die Befragungen durch Gespräche mit Unternehmen und Interessenverbänden. Mehr...

Einspruch gegen Patent auf Milchkühe abgewiesen

08.03.2010: Am 3. März hat das Europäische Patentamt in München den Einspruch gegen das Milchkuhpatent abgelehnt. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. Mehr...

2009
300 Mio. Euro für Milchfonds - Flickwerk statt Perspektive für europäische Milchbauern

27.11.2009: Im Rahmen der Agrarratssitzung am 19. und 20. November 2009 wurden die vor einigen Wochen von der Agrarkommissarin Mariann Fischer-Boel vorgestellten Maßnahmen zur Bekämpfung der Milchmarktkrise abgesegnet mehr...

Neue Hilfe für die Milchbauern

20.10.2009: Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel stellte im Rahmen einer Pressekonferenz am 19. Oktober Hilfen in Höhe von 280 Millionen Euro in Aussicht und entsprach damit nahezu den Forderungen von 21 Mitgliedsstaaten mehr...

Milchbauern weiter vertröstet - wütende Proteste in Brüssel

05.10.2009: Auch bei dem außerordentlichen Treffen der Agrarminister am 5. Oktober wurden die Hoffnungen der Milchbauern auf Unterstützung enttäuscht mehr...

Milchkrise: Die Kritik an der Kommission reißt nicht ab - dennoch keine Hilfe für die Bauern in Sicht

02.10.2009: Das Vorgehen der Kommission angesichts der Milchkrise wurde im Agrarausschuss zum wiederholten Male lautstark kritisiert mehr...

Hilfe für die Milchbauern in Sicht?

25.09.2009: Die europaweiten Proteste der Milchbauern gegen das unzureichende Krisenmanagement der Kommission halten an, der Lieferstopp wurde aber ausgesetzt mehr...

Falsche Weichen in der Milchpolitik

24.07.2009: Die Probleme der Milchbauern haben lange Wurzeln. Seit Jahrzehnten werden Milchkühe auf immer mehr Milchleistung hin gezüchtet, doch die besten genetischen Anlagen reichen nicht aus, diese Leistung durch Weidehaltung zu erbringen mehr...

Milchkrise hält an, keine Lösung in Sicht

26.05.2009: Die Erzeugerpreise sind mit 20 Cent pro Liter Milch im Schnitt schon lange nicht mehr kostendeckend, von Einkommensgenerierung für die Milchbauern kann gar keine Rede sein mehr...

Ursache noch unbekannt: Kälber sterben an "Blutschwitzen"

26.03.2009: Seit zwei Jahren sterben Kälber in Deutschland an unstillbaren Blutungen. Man geht heute von ca. 150 verbluteten Kälbern in Deutschland aus, davon wurden alleine 110 in Bayern festgestellt mehr...

Stoppt das Milchdumping: Exportsubventionen schaffen Armut

10.03.2009: Seit dem 23. Januar 2009 subventioniert die Europäische Kommission wieder den Export von Milchprodukten mit Steuergeldern. Dadurch können export­orientierte Molkereien und Lebens­mit­tel­konzerne ihre Produkte weltweit zu Dumpingpreisen anbieten, die deutlich unter den Produktionskosten in Europa und den Zielländern liegen mehr...

Subventionen für Milchprodukte - EU Kommission auf Schlingerkurs

14.01.2009: 2008 war ein heisses Jahr für die Milchwirtschaft in Europa: Nachdem die Milcherzeuger 2007 durch steigende Nachfrage und Exporte - vor allem nach China - erstmals seit Jahren wieder Geld zu verdienen begannen, fielen die Erzeugerpreise 2008 nach einem kurzen Hoch erneut unter die Produktionskosten zurück mehr...