Tierschutz aus christlicher Perspektive - Papst Benedikt XVI. fordert Respekt vor der Schöpfung

Am 15. Dezember 2009 rief Papst Benedikt XVI. in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag zu mehr Respekt vor der Schöpfung auf.

In dieser Botschaft macht der Papst deutlich, dass der Achtung vor der Schöpfung eine große Bedeutung zukommt. Darüber hinaus sei es an der Zeit, den „Bund zwischen Mensch und Umwelt zu erneuern und zu stärken“. Angesichts vielfältiger Umweltprobleme wie etwa dem Klimawandel und dem Verlust der Biodiversität dürfe man nicht gleichgültig bleiben. Schließlich hätten diese Entwicklungen einen weitreichenden Einfluss auf das Recht auf Leben und Nahrung sowie auf Gesundheit und Entwicklung des Menschen.
Noch weiter als der Papst geht Rainer Hagencord, katholischer Priester und Zoologe am Institut für Theologische Zoologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Er möchte die theologische Wertschätzung des Tieres fördern und damit gleichzeitig auf einen Perspektivwechsel hin arbeiten.

In einem Interview vertrat Hagencord die Ansicht, dass das Gebot „Macht euch die Erde Untertan“ nicht so zu interpretieren sei, dass der Mensch seine Umwelt nach Belieben behandeln könne. Viel eher habe der Mensch die Verantwortung zum Schutze von Natur und Tier. Dieser Schutz beginne bereits beim individuellen Handeln eines jeden Einzelnen. So könnten wir zum Beispiel durch die bewusste Wahl unserer Speisen einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Auch den alltäglichen Umgang mit unseren Mitgeschöpfen gelte es zu überdenken.

Insgesamt zeigt Hagendorn mit seiner Arbeit, dass der christliche Glaube aus seiner Sicht industrielle Massentierhaltung und die Ausbeutung des Tieres als Ressource missbilligt. Damit macht er den Zusammenhang zwischen Religion und Tierschutz deutlich.

Auch PROVIEH klärt seit 2007 über das Verhältnis von Landwirtschaft, Massentierhaltung, Umweltzerstörung und Klimawandel auf und setzt sich für einen angemessenen Umgang mit unseren Mitgeschöpfen ein (mehr dazu hier).

11.01.2010, Anne-Sabeth Beny - Büro Brüssel