Biokreis e.V.

Im Jahr 1979 gründeten eine Hand voll von der Wichtigkeit des ökologischen Landbaus und der gesunden Ernährung Überzeugter den Biokreis Ostbayern e.V., um für Erzeuger sowie Verbraucher biologischer Lebensmittel eine gemeinsame Plattform zu schaffen.

1993 änderte sich die Grundausrichtung des Verbandes hin zu einem ökologischen Anbauverband mit Schwerpunkt Erzeugerbetreuung, Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und Zertifizierung.

1999 machte man durch Streichung des Namenszusatzes „Ostbayern“ den mittlerweile überregionalen Einfluss des Verbandes deutlich. Derzeit betreut der Verband ca. 600 landwirtschaftliche Betriebe und 50 Verarbeiter in Bayern, Hessen und NRW.

Hauptanliegen von BIOKREIS ist die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Verarbeitern und Konsumenten sowie die Aufrechterhaltung der Regionalität und bäuerlichen Landwirtschaft. Die Richtlinien, nach denen alle Mitglieder zu wirtschaften haben, bieten auch konventionellen Betrieben gute Möglichkeiten, auf eine ökologische Erzeugung umzustellen.

Gentechnik in jeglicher Form lehnt der Verband strikt ab.

Das Spektrum der nach BIOKREIS Richtlinien erzeugten Produkte ist sehr vielfältig. Es reicht von Wurstwaren über Milchprodukte bis hin zu Fisch und Honig.

BIOKREIS e.V. war der erste Verband der aktiv mit der ökologischen Umstellung von Hotellerie und Gastronomie begonnen hat. Derzeit gehören dem Verband zwei Biokreis-zertifizierte Hotels an.


Stammen Biokreis-Produkte aus artgerechter Haltung?

 

Rindfleisch den Tieren muss Weidegang oder ganzjähriger Auslauf ermöglicht werden
Schweinefleisch Fixierung der Sau maximal 14 Tage (nach dem Abferkeln) erlaubt, Zähnekneifen und Schwänzekupieren bei Ferkel ist verboten.
Geflügelfleisch 1/3 der Lebenszeit muss Grünauslauf (4m2/Tier) gewährt werden.
Fisch die Hälterung von Speisefischen in künstlichen Behältnissen ist gestattet.
Eier ausschließlich aus Boden und Volierenhaltung

 


Bestandsobergrenzen je Betrieb der nach Biokreis Richtlinien erzeugt:

Schweine 500 Mastplätze oder 100 Muttersauen
Rinder 100 Milchkühe oder 200 Mutterkühe
Schafe/Ziegen 500 Milch- oder 1500 Muttertiere
Hühner 5000 Legehennen oder 7500 Masttiere
Enten 3000 Mastiere
Puten 2000 Mastiere

Fazit

BIOKREIS e.V. bietet vor allem für Erzeuger und Verarbeiter ökologischer Erzeugnisse durch intensive Beratung und Zertifizierung die Möglichkeit ihre Produkte innerhalb regionaler bäuerlicher Strukturen gut zu vermarkten. Mit dem Kauf von BIOKREIS zertifizierten Waren unterstützen Verbraucher unmittelbar den Landwirt, Fleischer oder Bäcker in ihrer Region.

Als verbesserungswürdig sind die Stall- und Auslaufmindestflächen je Tier anzusehen, da sie sich nur in einem Punkt von den Richtlinien der EG-Verordnung Ökologischer Landbau Nr. 2092/91 unterscheiden und somit nur das Mindestmaß einer als ökologisch geltenden Produktion erfüllen. Laut BIOKREIS Richtlinien stehen Enten in der Mast 4,5 m2 Auslauffläche mit Wasserzugang zur Verfügung (EG Richtlinie:3,5 m2).

Negativ aus Sicht von PROVIEH ist, dass keine ausschließliche Freilandhaltung (mit 10m² Freifläche/Tier)vorgeschrieben ist. Allerdings müssen richtlinienkonforme Boden - und Volierenhaltungssysteme über einen Auslauf von 4m² je Tier verfügen.

in Volieren- und Bodenhaltungssystemen gehalten werden. Zwar muss ihnen Auslauf gewährt werden, Freilandhaltung ist jedoch nicht vorgesehen.


 

Staatliches Bio-Siegel:

Biokreis fordert erweiterte Kennzeichnung zum Schutz deutscher Biobauern


Künast Zeichen ein voller Erfolg? Nicht für Deutschlands Biobauern!

Das von Landwirtschaftsministerin Renate Künast 2001 ins Leben gerufene Bio-Siegel hat seine Bewährungsprobe scheinbar bestanden. Inzwischen ziert das Zeichen nahezu 24 000 Bioprodukte und fast
80 % der Verbraucher kennen das grüne Sechseck.

Die Botschaft ist einfach, da wo Künast drauf steht ist Bio drin. Damit hält der Verbraucher ein Produkt in Händen von dem er weiß, dass es die Bestimmungen der EG-Öko-Verordnung erfüllt. Was er nicht weiß ist, woher die Zutaten für dieses Produkt kommen. Denn dass das deutsche Bio-Siegel nicht zwangsläufig deutsche Produkte ziert, kann der Verbraucher dank fehlender eindeutiger Kennzeichnung die Herkunft der Rohstoffe nicht nachvollziehen. Denn wenn Rohware aus dem Ausland zu deutschen Biolebensmitteln verarbeitet wird, muss das Herkunftsland nicht angegeben werden und ist folglich nicht zu erkennen.

Eigentlich wäre das auch noch kein Problem, denn auch für Lebensmittel aus anderen EU-Staaten oder Drittländern gilt die gleiche Anforderung an Produktion und Verarbeitung wie in Deutschland. Und auch dort wird kontrolliert. Die für deutsche Landwirte unerfreuliche Entwicklung liegt darin, dass immer mehr ökologische Rohware aus dem Ausland zu "deutschen" Biolebensmitteln verarbeitet wird.

Neueste Zahlen belegen einen Umsatzzuwachs im Öko-Lebensmittelbereich deutschlandweit von über 10 Prozent und einen hohen Zuwachs bei den Verarbeitern. Allein in Bayern wurden 2004 rund 700 Millionen Euro mit Ökolebensmitteln umgesetzt (Deutschland ca. 3,5 Mio. Euro). Die Zahl der Verarbeiter in Bayern ist um 8,7 Prozent auf 937 Unternehmen angestiegen, jedoch die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Bayern hat in den ersten drei Quartalen lt. LVÖ nur um knapp ein Prozent zugenommen.

"Dieser Entwicklung müssen wir schleunigst entgegenwirken ," so Sepp Brunnbauer, Geschäftsführer des ökologischen Anbauverbandes Biokreis e.V. "sonst sieht die Zukunft der deutschen Ökolandwirtschaft bald düster aus. Einem boomendem Biomarkt stehen dann nicht mehr nur eine stagnierende Ökofläche in Deutschland gegenüber, auch die Absatz- und Erlössituation bestehender Biobetriebe ist dadurch zunehmend gefährdet." Schon kommt "deutsche" Biomilch aus Österreich, "deutsche" Bioschweine aus Dänemark, und "deutsches" Biogetreide aus Ungarn und das alles mit dem Zeichen der Ministerin. Vielen Verbrauchern ist aber in hohem Maße die Regionalität wichtig. Umfragen ergeben immer wieder, dass der Biokunde mit dem Kauf von Ökolebensmitteln nicht nur gesund leben und Genuss haben will, sondern auch einen Beitrag für eine vernünftige Landwirtschaft vor seiner Haustür leisten will.

Der Biokreis fordert daher eine klare Kennzeichnung dahingehend, wo die Rohstoffe von Biolebensmitteln herkommen. Damit hätte der Verbraucher die Möglichkeit, sich für deutsche Erzeugnisse zu entscheiden. Das müsste auch im Interesse von Renate Künast sein, die sicher eine Agrarwende mit den deutschen Biobauern und nicht gegen sie geplant hat."

21.2.2005

Biokreis e.V.
Josef Brunnbauer
Regensburger Str. 34
94036 Passau
Tel. 0851/75650-20
brunnbauer@biokreis.de