Das Deutsche Lachshuhn

Lachshahn_Melani_Nolte_IMG_940Das Deutsche Lachshuhn hat französische Ahnen. Alte Landhühner aus dem französischen Dorf Faverolles bildeten den Ursprung für die Zucht einer neuen Rasse. Diese wurde nach ihrem Herkunftsort zunächst als das „Faverolles-Huhn“ bekannt.

Unsere französischen Nach- barn genießen den Ruf, beim Essen besonders auf Geschmack und Qualität zu achten. Das ausgesprochen feine, zarte und saftige Fleisch sowie die helle Haut machten das Faverolles-Huhn auf den französischen Märkten schnell sehr beliebt. Bei der Zucht dieser Hühner galt daher jahrzehntelang das besondere Augenmerk der Produktion von gutem Fleisch mit reichem Ansatz. Aber auch die Eier der Faverolles-Hennen wurden und werden gerne gegessen.

Ende des 19. Jahrhunderts gelangten Faverolles-Hühner zu uns nach Deutschland. Bei den deutschen Züchtern stand allerdings nicht, wie in Frankreich, die Wirtschaftlichkeit beim Fleischansatz im Vordergrund. Stattdessen wurde viel mehr Wert auf das Aussehen der Hühner gelegt. So entstand beispielsweise durch verschiedene Einkreuzungen die auffallende lachsrote Farbe dieser Hühner. Die Rassebezeichnung „Deutsches Lachshuhn“ war geboren.

Trotz dieser Umorientierung in der Zucht in Deutschland wurden die besonderen Merkmale der Ursprungsrasse – Wirtschaftlichkeit und Robustheit – nie ganz verdrängt. Dweisses_Lachshuhn_IMG_5859_Melani_Nolteaher gelten Lachshühner bis heute bei Haltern und unter Hühnerspezialisten als vorzügliche Fleisch- und gute Legehühner. Damit stellen sie eine interessante Alternative zu den qualvoll überzüchteten Lege- und Masthybriden der industriellen Geflügelproduktion dar.

Auch heute noch, nach einem Jahrhundert der Selektion und Zucht auf gutes Aussehen, können herangewachsene Lachshähne gut und gerne ein Gewicht von rund vier Kilogramm erreichen. Ihr Fleisch wird als ungemein zart, feinfaserig und wohlschmeckend gelobt. Die fleißige Legeaktivität der Lachshennen selbst in den sonst eher eierknappen Wintermonaten macht diese Rasse besonders wertvoll als Zweinutzungshuhn.

Das Deutsche Lachshuhn ist auf seinen 5 Zehen gut zu Fuß, kann aber schlecht fliegen und ist kaum in der Lage, über einen Zaun mittlerer Höhe zu flattern. Es hat einen besonders zutraulichen Charakter. Beide Eigenschaften erleichtern die artgerechte Haltung im Freiland. Die Hühner sind selbst im Umgang mit Kindern ruhig, freundlich und sanft, daher können sie gut als Familientiere im häuslichen Garten gehalten werden – natürlich artgerecht!

Das Deutsche Lachshuhn steht auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen in Deutschland. Es fällt mit einigen weiteren Hühnerrassen in die „Kategorie I: extrem gefährdet“. Diese Kategorie stellt den höchsten Gefährdungsgrad dieser Liste dar. Die Rasse ist akut vom Aussterben bedroht.

PROVIEH lädt alle Freunde und Halter des Deutschen Lachshuhns ein, gemeinsam mit uns dafür zu sorgen, dass die Wertschätzung für Hühner bei unseren Mitmenschen wieder steigt. Wer Kükentötung, Hennenkäfige und Qualzucht abschaffen will, braucht solche „echten Hühner“.

Jennifer Sippel und Stefan Johnigk

Foto: © Melani Nolte