Mit Soja-Missbrauch ins Verderben

Cover-Der_Soja_WahnTitel: Der Soja Wahn. Wie eine Bohne ins Zwielicht gerät.
Autor: Norbert Suchanek
Verlag: Oekom; Auflage: 1 (2. September 2010)

Preis: 8,95 €
ISBN-10: 3865812163

ISBN-13: 978-3865812162

12.01.2011: Die Wunderbohne Soja könnte uns ins Schwärmen bringen. Weltweit wird sie massenhaft eingesetzt als Kraftfutter in der industriellen Tiermast, als Eiweißalternative für Vegetarier und Allergiker, als Sojamilch für Gesundheit und körperliche Fitness, als Wundermittel gegen Krebs und als Alternative zu Diesel-Treibstoff. Das Buch "Der Soja-Wahn. Wie eine Bohne ins Zwielicht gerät" von Norbert Suchanek ist geeignet, das Schwärmen für Soja in Entsetzen vor ihrem Missbrauch zu verwandeln.

Wie alle Hülsenfrüchtler lebt auch Soja in Symbiose mit Wurzelknöllchenbakterien, die aus Luftstickstoff Stickstoffdünger herstellen und damit den Boden düngen. Was mehr könnte man von einer guten Ackerpflanze verlangen? In Maßen genossen stellt Soja sicherlich ein gutes Lebens- und Futtermittel dar. Doch wie so oft ist es das Übermaß, das auch im Fall von Soja ins Verderben führt. Wie fortgeschritten dieses Verderben schon jetzt ist, zeigt uns Norbert Suchanek in seinem Buch "Der Soja-Wahn. Wie eine Bohne ins Zwielicht gerät". Obwohl kleinformatig (Oktavheftgröße) und nur 109 Seiten lang, rüttelt es auf wie ein Tsunami.

Der übermäßige Verbrauch von Soja hält vielfältige Schrecken für uns bereit. Der Autor nennt und begründet sie kurz und bündig: Soja gehört zu den sieben stärksten Allergenen; ein Drittel aller Kinder, die allergisch auf Milch oder Erdnüsse reagieren, reagieren allergisch auch auf Sojamilch. Phytoöstrogene aus Soja führen zu Fruchtbarkeitsstörungen, verringern die Libido und erhöhen das Brustkrebsrisiko. Zur Herstellung von Margarine werden aus Soja industrielle Transfette hergestellt, die Bluthochdruck, Herzinfarkt und Diabetes begünstigen. Ganz normales Gras enthält viel mehr Omega-3-Fettsäuren und weniger Omega-Fettsäuren als Soja, weshalb Milch und Fleisch von Weiderindern gesünder als von Rindern sind, die viel Soja fressen. Der Massenanbau von Soja in den USA und in Südamerika hat zur brutalen Verdrängung von bäuerlicher Landwirtschaft und in Südamerika außerdem zur massenhaften Vernichtung von Regenurwald und Savannen geführt. Gentechnik hat Sojapflanzen nur vorübergehend statt dauerhaft resistent gegen Schadinsekten oder gegen Pestizide gemacht, denn die riesigen Monokulturen von Gentech-Soja erwiesen sich als ideale Stätten für die Massenzucht von resistenten Schadinsekten, die mit immer mehr und immer giftigeren Pestiziden bekämpft werden. Darunter leiden die Wurzelknöllchenbakterien, so dass vermehrt Stickstoffdünger eingesetzt werden muss. Die hochwertigen Phosphatlagerstätten sind erschöpft, so dass jetzt auch Uran-haltiges Phosphat zur Sojadüngung eingesetzt wird und mit der Gülle auf die Felder gelangt, auch bei uns in Deutschland. Aus aktuellem Anlass wegen Dioxin im Futter kann angefügt werden, dass der Nachweis von Uran in der Nahrung, im Futter und im Ackerboden einen späteren Schock auslösen könnte.

Prof. Dr. Sievert Lorenzen - Vorsitzender von PROVIEH