Schweine vor dem Kanzleramt

„Dioxin in unseren Lebensmitteln ist nur das Symptom einer verfehlten Agrarpolitik, die Risikotechnologien wie Gentechnik zulässt und auch noch massiv fördert“, so Rudolf Bühler, Öko-Bauer und Vorsitzender der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall. „Deswegen komme ich am Mittwoch, den 19.01. mit meinen Schweinen vors Kanzleramt und deshalb gehen wir Bauern aus Baden-Württemberg diesen Samstag, den 22.01.2011 um 12 Uhr gemeinsam mit über 120 Verbänden aus Natur- und Verbraucherschutz sowie mit Entwicklungs-Organisationen in Berlin gegen eine industrieorientierte Agrarpolitik auf die Straße, parallel zur Grünen Woche und dem dort abgehaltenen internationalen Agrarministertreffen.

Das so genannte ‚Davos der Landwirtschaft’, zu dem Bundeskanzlerin Angela Merkel einlädt, demonstriert erneut, welche Gesundheitsrisiken toleriert werden, zugunsten strategischer Geschäftsmodelle von globalen Chemiekonzernen.“ Als Symbol für bäuerliche Landwirtschaft und natürliche Tierzucht wird Rudolf Bühler bei der Kundgebung am Mittwoch, den 19.01. um 10.30 Uhr eine Herde Schwäbisch-Hällischer Landschweine vor dem Bundeskanzleramt auftreiben. „Wir haben es satt, dass Frau Merkel weiterhin die Futtermittelindustrie deckt und auf Kosten von Bauern und Verbrauchern versucht, den Dioxinskandal auszusitzen,“ so Rudolf Bühler. „Das zarte Pflänzchen ‚Agrarwende 2001’ nach der BSE-Krise wurde von der Bundesregierung seit 2006 torpediert und umgewandelt in ein Förderprogramm  ‚Industrielle Massentierhaltung’ und ‚Agro-Gentechnik-Forschung’. Dies hat ein massenhaftes Bauernhofsterben zur Folge,“ erklärt Bühler. „Wir werden der Bundesregierung, die nach dem Durchmarsch der Atomindustrie auch den Durchmarsch der Agrar- und Gentechnikindustrie plant, einen Strich durch die Rechnung machen“, sagt Jochen Fritz, Pressesprecher der Demo. „Wir haben diese Agrarpolitik auf Kosten von Umwelt, Tierschutz, Verbraucherschutz und Ernährungssicherheit satt. Frau Merkel muss Verbraucherschutz und nachhaltige Landwirtschaft endlich zur Chefinnensache machen, statt nur zu beschwichtigen,“ so Fritz weiter. „Die angekündigten Maßnahmen der Bundesregierung nach dem Dioxinskandal werden uns nicht vor weiteren Skandalen schützen, solange die gleiche Regierung faktisch die Massentierhaltung subventioniert und in Brüssel Reformansätze bereits im Keim erstickt. Die Bundesregierung braucht ein neues Leitbild für eine nachhaltige, tiergerechte Landwirtschaft, bei dem Verbraucherinteressen und der Tierschutz stärker berücksichtigt werden als die Exportinteressen weniger Schlachthöfe“, fordert Reinhild Benning (BUND), Pressesprecherin von „Wir haben es satt“.

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