Briefaktion gegen Patente auf Lebewesen

17.03.2011: Im Dezember 2010 entschied das Europäische Patentamt (EPA) in München, dass das Verfahren zur Züchtung von Brokkoli keine technische Erfindung ist.
Das Verbot betrifft jedoch nur das Verfahren, das heißt, die Lebewesen dürfen weiter patentiert werden.

Zunehmend werden auch Lebewesen patentiert, in die nicht gentechnisch eingegriffen wurde, sondern bei denen natürlicherweise besonders "nützliche" Gene vorkommen. So dürfen zum Beispiel Kühe mit einem natürlichen Gen für besonders hohe Milchleistung patentiert werden. Und fast wäre Monsanto eine Anmeldung des Patentes auf das Schwäbisch-Hällische Landschwein wegen seines Leptin-Rezeptor-Gens gelungen. Das konnte durch vielseitigen Protest gerade noch verhindert werden. Allein innerhalb der letzten zehn Jahre wurden 900 Patente auf Tiere (Sperma, Kuhmilch usw.) und etwa 1800 Patente auf Pflanzen erteilt.

Nur eine Änderung der Europäischen Patentgesetze kann hier Abhilfe schaffen. Die Organisation „No patents on seeds“ hat nun eine Petition veröffentlicht, die ein Verbot von Patenten auf Lebewesen erwirken will, indem sie sich an das Europäische Parlament richtet.

Hier können Sie diese Briefaktion mit Ihrer Unterschrift unterstützen:
http://www.no-patents-on-seeds.org/de/aktion/offener-brief-mitglieder-europaeischen-parlamentes-europaeische-kommission


Wir berichteten:

 

Susanne Aigner, Fachreferat Witzenhausen