Schenkelbrand-Vorführung war gesetzeswidrig

29.03.2011: Die Deutsche Reiterliche Vereinigung setzte sich über ein Verbot des Schenkelbrands an mehreren Pferden hinweg. Das Veterinäramt Charlottenburg-Wilmersdorf in Berlin untersagte vorher ausdrücklich  „ein Brennen der Fohlen rein zu Demonstrationszwecken“. Der Verstoß wird jetzt Konsequenzen haben.

Alle Pferde, die nach dem 01.07.2009 geboren wurden, müssen mit einem elektronischen Transponder gekennzeichnet werden. Eine weitere Kennzeichnung mittels Schenkelbrand ist nicht mehr notwendig und verstößt sogar gegen das Tierschutzgesetz. Danach darf niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Doch genau das hat die Deutsche Reiterliche Vereinigung getan: Der Verband hat mehrere Pferde gebrandmarkt – allein aus Demonstrationszwecken. Das ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und aus Sicht des Veterinäramts inakzeptabel. Diese Ordnungswidrigkeit kann mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 € geahndet werden.

Der Deutschen Reiterlichen Vereinigung zufolge würde die Brandwunde nicht „erheblich“ schmerzhaft sein. Tatsächlich löst die Wunde jedoch tagelange Schmerzen aus und führt zu einer irreversiblen Hautschädigung. Die Haut erleidet hochgradige Verbrennungen und wird bis auf die Haarwurzel zerstört.

Ursprünglich half der Schenkelbrand die Tiere zu identifizieren. Heutzutage dient er nur noch dem Werbezweck des jeweiligen Zuchtverbands.

Verena Stampe