"Charta für Landwirtschaft und Verbraucherschutz" bietet Protestmöglichkeiten:

06.04.2011: Bundesministerin Ilse Aigner gibt in einem Online-Forum allen Verbraucher/innen die Möglichkeit für Protest und konstruktive Kritik in der Debatte über Nutztierhaltung und die Zukunft der Landwirtschafts-, Lebensmittel- und Verbraucherschutzpolitik.

Nach den vielen (bisher leider komplett folgenlosen) Ankündigungen der letzten Wochen und Monate von Ilse Aigner über mehr Tierschutz in der Landwirtschaft kann sich nun jeder direkt über Mängel und Fehlentwicklungen – wie den fortschreitenden Ausbau der Massentierhaltung in Deutschland – bei ihr beklagen. Aber auch für Wünsche und konstruktive Verbesserungsvorschläge ist dort Platz.

Am 7. April 2011 findet im Zuge dieses "Dialogs über konkurrierende Ziele und Prioritäten, in dem sich ein möglichst breites Meinungsspektrum widerspiegeln soll", in Berlin ein Workshop zum Thema Tierhaltung statt. Tierschutzvertreter sind dort allerdings sehr spärlich vertreten: Nur der Deutsche Tierschutzbund mit seinem Ableger Neuland kommen dort zu Wort, bei insgesamt immerhin 40 Organisationen.

PROVIEH als Deutschlands ältester und größter Nutztierschutzverein ist nicht geladen – zu unbequem sind wir der Bundesministerin wohl mit unseren erfolgreichen öffentlichen Kampagnen der letzten Jahre. Wir verschaffen unseren Anliegen aber so oder so Gehör.

Helfen Sie uns dabei, sagen auch Sie Frau Aigner Ihre Meinung und unterstützen Sie damit unsere Forderungen, z.B. endlich

  • die Durchsetzung der Verbote gegen routinemäßige Verstümmelungen (z.B. Schwanzkupieren und Zähneschleifen bei Ferkeln und Schnabelkürzungen bei Geflügel) durch die Länderbehörden einzufordern
  • die Kleingruppenhaltung für Legehennen zu verbieten
  • die Käfighaltung für Kaninchen zu verbieten
  • die Enthornung von Rindern zu verbieten
  • die Entwicklung von Zweinutzungshühnern durch Bundesforschungsmittel zu unterstützen
  • den Antibiotikaeinsatz in der Mast drastisch zu reduzieren durch Verschärfung der Bestimmungen und Kontrollen sowie ein Verbot des direkten Medikamentenverkaufs durch Tierärzte
  • den Ausstieg aus der chirurgischen Ferkelkastration bis 2013 festzuschreiben
  • tierschutzgerechte Bestimmungen für die Haltung von Puten zu erlassen
  • den Schenkelbrand bei Pferden zu verbieten
  • für eine Begrenzung der Tiertransportzeit auf maximal 8 Stunden einzutreten
  • die Bestimmungen für Hühnermast, insbesondere durch eine Senkung der zulässigen Besatzdichte, deutlich zugunsten der Tiere zu verändern
  • de facto einen Neubaustopp für Massentierhaltungsanlagen durch eine Verschärfung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes zu bewirken
  • eine umfassende Etikettierung von Erzeugnissen aus Klonen und ihren Nachkommen in Deutschland durchzusetzen
  • insgesamt eine Umsteuerung in der Agrarpolitik weg von industrieller hin zu nachhaltiger Landwirtschaft zu befördern, vor allem durch gezielte Förderung ökologischer Dienstleistungen durch landwirtschaftliche Betriebe und die Deckelung der Betriebsprämienzahlungen (in Abhängigkeit von der Beschäftigung, so dass ökologisch wirtschaftende Großbetriebe mit viel Personal nicht bestraft werden)
  • das betäubungslose Schächten zu verbieten

Diese und/oder andere Anliegen können Sie Frau Aigner unter folgender Webadresse vortragen:
http://www.bmelv.de/SharedDocs/Standardartikel/Ministerium/Charta-Diskussion/Mitreden.html;jsessionid=D9B830A279FD2E4975C25218BAF55AF5.2_cid163

Sabine Ohm, Europareferentin