Transgene Klone in der Nutztierzucht, neuer Gipfel der Perversion

08.04.2011: Gentechnisch manipulierte Kühe sollen künftig Muttermilchersatz für Menschenbabys liefern. Aus Frankensteins Gruselküche erwarten uns noch viele solcher Horrormeldungen, falls dem ethikfreien Wirken der Wissenschaftler nicht endlich Grenzen auferlegt werden.

Wie ABC Science (eine australische Online-Publikation) am 5. April 2011 berichtete, gelang es chinesischen Forschern von der Landwirtschaftlichen Universität Peking und einem privaten Gentech-Labor, durch gentechnische Veränderung und anschließendes Klonen transgene Kühe zu erzeugen, die Milch mit einem hohen Anteil an Lysozym geben. Lysozym ist ein antibakteriell wirkendes Protein. Die Milch normaler Kühe enthält nur wenig Lysozym, die menschliche Muttermilch dagegen viel. Lysozym soll die Immunabwehr von Babys stärken. Die Forscher geben an, die gentechnisch modifizierte Kuhmilch könne daher als Ersatz für Muttermilch verwendet werden.
Professor Peter Hartmann der Universität von West-Australien spricht dieser Forschung allerdings jegliche Relevanz ab. Lysozym sei nur eines von 279 immunabwehrrelevanten Proteinen, und beim Stillen erhalte das Kind auch mütterliche Antikörper. Und Kate Mortenson vom Australischen Verein für das Stillen meint, diese Art von Muttermilchersatz sei vollkommen überflüssig, da es genug Spenderinnen und Reserven echter Muttermilch (in Muttermilchbanken) gibt.
Einmal mehr zeigte sich, wie tierquälerisch das Klonen ist. Die chinesischen Forscher hatten 312 gentechnisch veränderte Blastozysten (Embryonen im Frühstadium) hergestellt und in die Kühe eingepflanzt, aber nur 37 Blastozyten entwickelten sich zu Kälbern. Doch die meisten von ihnen starben bei der Geburt oder kurz danach. Nur vier der überlebenden Klonkälber entwickelten sich zu normal milchgebenden Kühen. Die Erfolgsrate lag also bei nur 1,27 Prozent (4 von 312!). In manchen Ländern lassen sich die Wissenschaftler offenbar nicht durch die horrenden Verlustzahlen und das sich dahinter verbergende Tierleid abschrecken. Auch in den USA wurde bereits in diese Richtung geforscht, dort allerdings mit Gentech-Ziegen.
Einmal mehr stellt sich die Frage, wohin uns der Forscherwahnsinn noch führen soll in der Ausbeutung und sinnlosen Qual von Nutztieren. Die EU wäre gut beraten, nach den Ende März 2011 gescheiterten Verhandlungen zur Novel Food Verordnung (wir berichteten, s. u.) nun zügig einen Gesetzvorschlag mit einem umfassenden Klon- und Importverbot für Klone und deren Nachkommen sowie den Erzeugnissen von ihnen vorzulegen. PROVIEH setzt sich dafür weiterhin nachdrücklich ein und bereitet entsprechende Kampagnenschritte vor.

Sabine Ohm, Europareferentin

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