Gentechnikfreie Eier - Greenpeace stellt Supermarkt-Ranking vor

19.04.2011: Pünktlich zum Osterfest hat die Umweltorganisation Greenpeace ein Supermarkt-Ranking für Eier veröffentlicht. Dabei wurde untersucht, wie viele Eier ohne Gentechnik im Tierfutter erzeugt wurden. Die Organisation kam zu dem Ergebnis, dass ein Großteil der befragten Ketten (darunter Aldi, Lidl, Real, Rewe, Penny, Netto und Edeka) noch immer Eier von Legehennen anbieten, die aus der Fütterung mit gentechnisch veränderten Pflanzen stammen. Nur 20-30 Prozent der im Handel erhältlichen Eier sind gentechnikfrei. Nur bei speziell gekennzeichneten Eiern sowie Eiern aus biologischer Haltung könne der Kunde sicher sein, dass keine Gentechnik im Futter verwendet wurde.

Laut Greenpeace rangiert Real im Ranking auf dem vorletzten Platz, mit etwa 20 Prozent Eiern aus gentechnikfreier Fütterung. Penny, Edeka, Aldi und Rewe nehmen das Mittelfeld, mit rund 30 Prozent ein. Der Marken-Discounter Netto liegt zurzeit bei 40 Prozent,  will aber sein gesamtes Schalen-Eier-Sortiment bis Ende 2011 auf gentechnikfreie Erzeugung umstellen. Diesem Beispiel folgt auch Rewe mit seiner Ankündigung, sein Angebot auf bis zu 70 Prozent zu vergrößern. Vorreiter der konventionellen Supermärkte sind Kaufland und tegut; denn laut eigenen Angaben wollen sie bis Mai (Kaufland) oder Juni (tegut) 2011 ihr gesamtes Sortiment auf gentechnikfrei erzeugte Eier umstellen, hieß es.  Die Ketten Globus und Lidl verweigerten die Angaben.

Gegen zahlreiche Warnungen von Wissenschaftlern weltweit und obwohl rund 80 Prozent der Verbraucher in Deutschland gegen den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft sind, wird in erster Linie Gen-Soja als Proteinlieferant zur Fütterung verwendet. Bei der Futtermischung für Legehennen liegt dieser Anteil etwa bei 20 Prozent. Nicht nur Greenpeace befürchtet, dass durch die künstliche Veränderung der Pflanze unerwünschte Stoffe mit Nebenwirkungen entstehen. Auch PROVIEH sieht darin eine deutliche Gefahr. So führt die Verfütterung von gentechnisch veränderten Sojabohnen, die im Rahmen einer Studie mit dem Herbizid Glyphosat behandelt wurden, beispielsweise bei Ratten zu Störungen der Fruchtbarkeit und zu einer erhöhten Zahl von Totgeburten. Grundsätzlich könnte ein Risiko auch bei Rindern und Schweinen bestehen, aber dazu fehlen bislang fundierte wissenschaftliche Untersuchungen. Trotzdem werden gentechnisch veränderte Sojabohnen im Megatonnen-Maßstab in deutschen Intensivtierställen verfüttert.

Für PROVIEH ist das ein berechtigter Anlass zur Sorge und war Grund genug, zur Unterstützung einer aktuellen Petition des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) aufzurufen. Mit dieser Petition soll die deutsche Regierung auffordert werden, sich in Brüssel für ein Aussetzen der Anbauzulassung (Anbau-Moratorium) von gentechnisch veränderten Pflanzen in der EU stark zu machen und regionale Anbauverbote in Deutschland gesetzlich zu regeln. Die Resonanz war groß. Bis zum 19. April 2011 sind rund 38.000 Online-Zeichnungen sowie etwa 26.000 schriftliche Unterzeichnungen eingegangen. Damit wurden die 50.000 Stimmen erreicht, die für eine öffentliche Anhörung im Petitionsausschuss notwendig sind. Die endgültige Zeichnungsfrist läuft noch bis zum 10. Mai 2011. Erst dann beginnt die Phase der parlamentarischen Prüfung.

 

Christina Petersen

Direkt zur Petition beim Deutschen Bundestag


Quellen:

 

"Ostern naht: Supermarkt-Ranking für Eier" - www.greenpeace.de

"Nur wenige Eier ohne Gentechnik" - Kieler Nachrichten (Montag, 18. April 2011, Seite 7)

"Die meisten Eier kommen aus Gentechnikfütterung" - KN online (18. April 2011, 12:21 Uhr)

Gentechnikanbau stoppen - Petition JETZT zeichnen! - http://www.bölw.de/petition.html#c2337