Neue Wahl, neues Glück?

16.05.2011: Die Bremer Bürgerschaft wird am 22. Mai neu gewählt. Allerdings amtiert dort schon eine rot-grüne Regierung, die bereits 2007 (als erste) das Verbandsklagerecht für Tierschutzorganisationen einführte. Welche neuen Meilensteine im Tierschutz könnte Bremen setzen?

Eine Zeitenwende wie in Baden–Württemberg steht in Bremen laut Umfragen nicht an. Trotzdem ist es nützlich, sich die Wahlversprechen der verschiedenen Parteien in Sachen Tierschutz anzusehen, auch wenn man den Politikern längst nicht alles glauben darf, was in die Wahlprogramme hineingeschrieben wird - wer nimmt es denn beispielsweise der FDP ab, dass sie angeblich „für die Haltung von Tieren unter artgerechten Bedingungen“ ist, wenn sie sich andererseits für freie Forschung auch mit Affenversuchen ausspricht…

Bremen ist kein Flächenstaat, weshalb der Nutztierschutz keinen ausgeprägten Stellenwert in der Landespolitik hat. Aber vielleicht ist gerade das eine Chance, wie im Verbandsklagerecht auch in anderen Themen als gutes Beispiel voranzugehen. Zum Beispiel könnte Bremen als erste Stadt völlig käfigfrei werden, indem sie die Kleingruppenhaltung ganz verbietet und in allen öffentlichen Einrichtungen auf Käfigeier und mit Käfigeiern produzierte Ware verzichtet. Damit könnte sie ein tolles Modell für die Kampagne „Deutschland wird käfigfrei“ werden, an der PROVIEH neben 13 weiteren Organisationen unter der Ägide der Albert-Schweitzer-Stiftung seit Jahren mitwirkt.

Auch die Einführung eines fleischfreien Tages (Veggie Day) in allen öffentlichen Kantinen ist längst überfällig. Er steht nur im Wahlprogramm der Grünen. Auch deshalb wünschen wir Bündnis 90/Die Grünen einen großen Wahlerfolg (2. Kraft hinter der SPD?!), damit sie möglichst viele ihrer Ziele in der neuen Legislaturperiode durchsetzen können

Einen übersichtlichen Überblick über den Tierschutz in den Wahlprogrammen gibt Tierschutzwatch unter dem unten aufgeführten Link.

Sabine Ohm, Europareferentin