Essen für den Müll

17.05.2011: Ob Fleisch, Wurst, Obst, Gemüse oder Backwaren - zu jeder Jahreszeit stehen uns alle Produkte im Supermarkt zur Verfügung. Das Überangebot in den Supermärkten führt dazu, dass immer mehr genießbare Produkte im Müll landen. Bis zu 20 Millionen Tonnen Lebensmittel werden allein in Deutschland alljährlich weggeworfen. Das sind mehr als die Hälfte der Lebensmittel  -  500.000 Lkw-Ladungen im Jahr. Auf diese Weise geht etwa ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion verloren, deren Haltbarkeitsdaten oft noch nicht oder gerade erst abgelaufen sind. Betroffen sind vor allem auch Fleisch- und Wurstwaren, vakuumierte Produkte wie Geflügel, Steaks, Aufschnitt und Wurstwaren oder Milchprodukte wie Joghurt und Quark.

Alle Produkte mit einem Datum, das gerade abgelaufen ist, fliegen raus. Diese Daten werden von den Herstellern willkürlich drauf gedruckt. Bei Fleisch-, Fisch- und Eiprodukten soll der Aufdruck darauf hinweisen, dass ein Konsumieren nach Ablauf der Frist die Gesundheit gefährden kann. Die meisten Lebensmittel jedoch sind auch kurz nach deren Ablauf noch sehr gut essbar. Ein Indiz dafür ist, dass die Haltbarkeitsdaten immer kürzer werden. Die Discounter bestellen ständig Ware nach, um die Lücken in den Regalen zu füllen. Das  garantiert den  Herstellern  einen stetigen Absatz ihrer Produkte. Bezahlen muss es der Konsument, denn die Kosten der entsorgten Ware sind im Preis der verkauften Produkte inbegriffen. Auch die Privathaushalte sind nicht besser: Der Wert der weggeworfenen Ware beträgt rund 330 Euro pro Kopf und Jahr. Dabei leidet das Klima unter der permanenten Überproduktion von Lebensmitteln. Einige Menschen haben dieses Problem erkannt – und profitieren davon: Sie holen sich genießbare und makellos verpackte Lebensmittel aus der Tonne. In den  Hinterhöfen der Supermärkte finden sie, was sie zum Leben brauchen: Fleisch, Wurst, Obst, Gemüse – alles vakuumverpackt. Die Bundesregierung will nun Maßnahmen ergreifen, um die Lebensmittel-Abfälle zu reduzieren. In einer umfassenden Studie soll die Menge der weggeworfenen Lebensmittel bis zum Jahresende veröffentlicht werden. Und dabei lässt sie es nicht an Vorschlägen zur besseren Einkaufsplanung und optimalen Lagerung von Lebensmitteln fehlen.

Susanne Aigner


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