Schweinegrippe 2010/2011 – Korruption statt Gesundheitsfürsorge

21.06.2011: Die Schweinegrippe von 2010/2011 war keine Pandemie mit vielen Millionen von Toten. Im Gegenteil, sie war milder als jede normale Grippewelle und hat dennoch Steuergelder in Milliardenhöhe verschlungen. Der Grund: Politiker und dadurch auch die Steuerzahler wurden Opfer eines infam eingefädelten Korruptionsskandals.

Zu diesem Ergebnis kamen Ulrich Keil, Peter Schönhöfer und Angela Spelsberg in ihren Artikeln “The invention of the swine-flu pandemic“ (erschienen im März 2011 im European Journal of Epidemiology, Band 26, Seiten 187-190) und „Die Schweinegrippe-Pandemie – ein Produkt von Korruption im Gesundheitswesen“ (erschienen im Mai 2011 im Rundbrief von Transparency International Deutschland e.V., Seite 11). Die drei Autoren sind gestandene Wissenschaftler der Medizin. Schönhöfer und Spelsberg engagieren sich außerdem ehrenamtlich bei Transparency International Deutschland e.V.

Es muss als symptomatisch gelten, dass milliardenschwere Korruptionsfälle wie im Fall der Schweinegrippe praktisch nur noch von Nichtregierungs-Organisationen aufgedeckt werden können, denn sie sind unabhängig, während die Verantwortlichen aus Politik und staatlichen Organisationen zu sehr Opfer von Lobbyisten sind, die für ihre Auftraggeber fette Gewinne einfädeln müssen. Einer dieser Lobbyisten ist der britische Regierungsberater Sir Roy Anderson, der nebenberuflich (mit stattlichem Salär) für den Impfstoff-Hersteller GlaxoSmithKline arbeitet und für ihn Angst-Epidemien schürt, die gut für den Verkauf von massenhaft Impfstoff sind. Kaum waren die ersten Menschen in Mexiko und im Süden der USA an der Schweinegrippe gestorben, warnte Anderson in wissenschaftlich unhaltbarer Weise vor einer Pandemie mit vielen Millionen von Toten.

Dieses Geschwätz bescherte GlaxoSmithKline Milliardengewinne, denn zuvor waren schon zwei andere Korruptions-Bausteine unter Dach und Fach gebracht worden: 2009 hatte die Weltgesundheits-Organisation (WHO) den Schweregrad einer Seuche aus dem Kriterienkatalog für Pandemien entfernt, so dass eine Pandemie selbst für eine milde Seuche ausgerufen werden kann, sofern sie in verschiedenen Teilen der Welt etwa gleichzeitig beginnt. Und 2007 wurden die deutsche und andere Regierungen durch Knebelverträge zum Einkauf von millionenfachem Impfstoff gezwungen für den Fall, dass die WHO die höchste Pandemiestufe (Stufe 6) für eine Seuche ausruft.

Die Autoren machen deutlich, dass in wohlhabenden Industrieländern die großen Killer von Menschen nicht die Seuchen sind, sondern Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs und chronische Lungenleiden, die allesamt durch Veränderungen im Lebensstil weitgehend vermieden werden können. Doch statt den Kampf gegen die großen Killer zu unterstützen, fallen die Regierungen auf die Einflüsterungen von Lobbyisten herein und verplempern große Gelder für kleine Seuchen.

Sievert Lorenzen