Streit um Verwendung von nach dem 31.12.2011 produzierten Batteriekäfigeiern

03.11.2011: In Deutschland gilt das Batteriekäfigverbot seit 2009. Ab dem 1. Januar 2012 tritt das Batteriekäfigverbot in der gesamten EU in Kraft. Doch zwölf der 27 EU-Länder, darunter Griechenland, Italien, Spanien und Ungarn wollen auch nach dem Stichtag weiter Eier aus Legebatterien produzieren, weil sie ihre Käfige nicht pünktlich umgerüstet haben.

Aus diesem Grund hatte EU-Kommissar John Dalli noch bis vor kurzem erwogen, Eier aus Legebatterien auch 2012 in verarbeiteter Form in Kuchen, Pizzateig und Mayonnaise zu erlauben. So hätten die säumigen EU-Länder ihre Batterie-Eier doch noch EU-weit vermarkten können. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft verurteilte dieses Vorhaben. Das sei „illegal“ und bedeute eine Wettbewerbsverzerrung für deutsche Eier-Produzenten. Er forderte eine eindeutige Kennzeichnung der betreffenden Eier. Der EU-Kommissar stellte klar, dass er die Übergangsfrist von Orginal_Legebatterie_PROVIEHder Käfighaltung zu Kleingruppenhaltung nicht verlängern werde. Er kündigte Vertragsbruchverfahren gegen die Länder an, die sich nicht an die neuen Vorgaben halten. Auch die Agrarminister aller Bundesländer üben nun Druck auf das Agrarministerium aus. Auf ihrer Herbsttagung am 26.10.11 forderten sie das Ministerium auf, sich „mit Nachdruck“ dafür einzusetzen, dass die Käfighaltung in der ganzen EU pünktlich zum 01. Januar 2012 abgeschafft wird. Allerdings räumten sie ein, dass eine Einfuhr von verarbeiteten Käfigeiern schwer zu kontrollieren sein wird.

Keine der existierenden Kleingruppenkäfig-Modelle lassen einer Henne genügend Platz, um ihre arteigenen Bedürfnisse ausleben zu können. Zwar hat der Bundesrat die bis 2035 vorgesehene Duldung der Kleingruppenkäfige in Deutschland nun gekippt, doch Geflügelindustrie und Deutscher Bauernverband werden nicht müde, die Kleingruppenhaltung als artgerecht anzupreisen. So jammert DBV-Generalsekretär Born, sie hätte Riesenvorteile für den Tierschutz geboten. Wie diese für die derzeit sieben Millionen Hennen in deutscher Kleingruppenhaltung aussehen, erklärt Herr Born nicht. Kleingruppenhaltung klingt positiv, doch der Begriff ist irreführend. Diese -Haltungsform unterscheidet sich, bis auf minimale Platzunterschiede, letztlich kaum von den herkömmlichen Huehner-Kleingruppenhaltung_Iris-WeilandLegebatterien. PROVIEH hatte sich in einer Stellungnahme an das Landwirtschaftsministerium zur Duldungsfrist der Kleingruppenhaltung bereits klar positioniert. Wir unterstützen Agrarministerin Aigner zudem ausdrücklich in ihrem Vorhaben, Legehennen aus konventioneller Haltung künftig nur noch in Freiland- oder Bodenhaltung zu erlauben.

Bekräftigen auch Sie den Beschluss zur Durchsetzung eines EU-weiten Käfig-Verbotes ab dem 01.01.2012 mit Ihrer Unterschrift auf einer Petition von Compassion in World Farming (CIWF).

Susanne Aigner, PROVIEH-Fachreferat


Weiterführende  Quellen:

  • PROVIEH-Brief an DBV-Generalsekretär Born:
  • Report for Compassion in World Farming Trust (2006):

Frühere PROVIEH-Artikel:

  • Aufweichung des Käfigverbots für Legehennen? Nein danke!

Fotos: PROVIEH