„Wir haben es satt“ – Demonstration in Berlin

Wir_haben_es_satt_Berlin2012_551a_Christina_Petersen-PROVIEH21.01.2012: Trotz eisigem Wetter, Wind und Schneeregen haben es sich geschätzte 23.000 Menschen nicht nehmen lassen, am Wochenende in Berlin gegen Tierquälerei in Megaställen, Gentechnik im Essen und Lebensmittelskandale zu demonstrieren. Verbraucher, Tier- und Umweltschützer, Imker und Bauern zogen mit Trillerpfeifen, Trommeln und Kuhglocken zum Kanzleramt. Mit Transparenten, Plakaten und Kostümen forderten sie eine bäuerliche, ökologische und nachhaltige Zukunftslandwirtschaft.

Unter dem Motto „Wir haben es satt! – Bauernhöfe statt Agrarindustrie“ verlangten sie eine Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik. PROVIEH war als einer von 90 Trägerverbänden dabei.

Wie viele andere Menschen auch, reisten wir mit einem Bus nach Berlin. Sehr froh waren wir über die vielen aktiven Menschen, die das Angebot nutzten, mit dem von uns organisierten Bus mitzufahren. Vor Ort halfen sie uns außerdem voller Begeisterung dabei, eine Performance mitzugestalten, die auf den Antibiotikamissbrauch in der Hähnchenmast hinweisen sollte. In weißen Overalls und mit Stoffhühnern unter dem Arm, stellten wir Hühnerhalter in der industriellen Produktion dar. Eine Wir_haben_es_satt_Berlin2012_0488_Christina_Petersen_PROVIEHrot-weiße Absperrkette mit den Schildern „wertvoller Tierbestand – betreten verboten“ sollte dabei den Eindruck einer völlig entfremdeten Tierproduktion verstärken. Um den Missbrauch der massenweise eingesetzten Antibiotika in der Hähnchemast anzuklagen, befand sich im abgesperrten Areal zudem ein „Tierarzt“, der mit vollen Händen Antibiotikapulver nach den Hühnchen warf. Mit dieser Aktion wollten wir ein Zeichen setzten, auf das auch unser Banner mit grellen gelben Buchstaben hinwies: „Intensivmast macht krank – „artgerecht“ is(s)t gesünder“. Begleitet wurde unser „Hühnertrupp“ neben zahlreichen Schildern auch von unserer Legehenne „Betty“, die mit ihrem abgeschnittenen Schnabel auf das grausame Schnäbelkupieren aufmerksam machte.  Wir alle zusammen waren ein beliebtes Ziel für Kameras und Fernsehteams.

Tausende Menschen zeigten, dass sie mit der derzeitigen EU-Agrarpolitik nicht zufrieden sind. Auch PROVIEH fordert eine Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik, in der eine nachhaltige, soziale und ökologische Landwirtschaft im Zentrum steht und wo die Haltungsbedingungen an die Tiere angepasst werden – nicht umgekehrt.


„Stoppt den Antibiotika-Missbrauch“ Die Demo-Aktion von PROVIEH in den Medien:

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