Neues zum Honig-Urteil

Biene-auf-Krokus_512179_web_R_K_by_Juergen-Huesmert_pixelio.de26.04.2011: In der Ausgabe 4/2011 unseres PROVIEH-Magazins berichteten wir über die Bedrohung der Bienen durch „moderne Landwirtschaft“ und den aktuellen Fall von Imker Bablok. Im Einzugsgebiet seiner Bienen baute die Bayerische Versuchsanstalt für Landwirtschaft 2005 den gentechnisch veränderten Mais der Firma Monsanto an. Die Befürchtungen Babloks, dass Pollen von diesen Pflanzen als „Verschmutzung“ auch in seinen Honig gelangt sein könnten, wurden durch Untersuchungen bestätigt.  Der Rechtsstreit brachte es bis zum Europäischen Gerichtshof (EuGH), wo wenigstens anerkannt wurde, dass der Honig tatsächlich vernichtet werden muss.

In der Zwischenzeit wurden weitere Fälle von Verunreinigungen angezeigt. Imker wollten deswegen vor dem Bayerischen Gerichtshof einklagen, dass das Land solche Verunreinigungen gar nicht erst zulasse – leider ohne Erfolg. 
Im Fall Bablok waren der Freistaat Bayern und Monsanto der Meinung, die Angelegenheit habe sich erledigt, da dieser Mais derzeit nicht angebaut werde. Weiterhin war man nicht gewillt eine Aussage darüber zu machen, ob sich die  Rechtsauffassung auf den Schutzanspruch der Imker geändert hätte.

Imker_534294_web_R_K_by_Dr.-Klaus-Uwe_Gerhardt_pixelio.deIn der Praxis bedeutet dies: Geschädigte Imker und Bauern können zwar auf Schadensersatz hoffen  – das Recht auf Schutz haben sie aber nicht.

Der Vorsitzende des Bund Ökologische Landwirtschaft, Felix Prinz zu Löwenstein, hat kein Verständnis für dieses politische Vorgehen und erneuerte seine Forderung an die Bundesregierung. Er fordert endlich Bemühungen für  einen Zulassungsstop in der EU für genmanipulierte Pflanzen – denn solange werden in Brüssel weiterhin Gentechnikpflanzen mit völlig unzureichenden Verfahren zugelassen.

Julia Hütting

 

Beitrag aus dem PROVIEH-Magazin 4/2011:

Foto oben: © Jürgen Hüsmert/PIXELIO; Foto oben: © Dr. Klaus Uwe Gerhardt/PIXELIO