Für viele Tiere ist der Winter kein Problem

Wenn es immer kälter wird und die Bäume und Sträucher ihr Laub abwerfen – ja dann ist sie da, die kalte nahrungsarme Winterzeit. Die Menschen haben sich auf die Zeit des Mangels und der Kälte eingestellt. Wir haben Häuser, in denen Heizungen für eine angenehme Raumtemperatur sorgen, und wenn`s nach draußen gehen soll, ziehen wir warme Mäntel, Jacken, Stiefel, Mützen und Handschuhe an. Unsere Kühlschränke und Speisekammern sind gefüllt, und der nächste Supermarkt ist meist auch nicht weit entfernt.

In unseren Breitengraden kann der Winter lang und hart sein. Dauerfrost mit zugefrorenen Gewässern verschärfen die Situation für wildlebende Tiere. Frost ohne Schnee lässt die Tiere nicht nur hungern, sondern auch noch an Wassermangel leiden. Wie kommen unsere Tiere mit dem Winter zurecht? Uns Menschen wird kalt, wenn es draußen kalt ist. Dann ziehen wir uns wärmer an oder drehen die Heizung höher, oder wir fangen an uns zu bewegen. Eine ähnliche Reaktion auf fallende Temperaturen zeigen alle Tiere mit einem Fell. Das kurze Sommerhaar wird abgeworfen, und ein wärmeres und den Körper besser vor Kälte schützendes Winterfell wird gebildet. Besonders Pferde können sich gut an extreme Temperaturen anpassen. Als Steppentiere müssen sie unter Umständen Tagestemperaturen bis zu 40° Grad plus und Nachttemperaturen von weit unter dem Gefrierpunkt ertragen. Deshalb können Pferde die Durchblutung ihrer obersten Hautschichten reduzieren, um so weniger Wärme an die Umwelt abzugeben. Das Winterfell „arbeitet“ mit eingeschlossener Luft als Wärmedämmschicht. Es besteht meist aus langen Haaren, die eine dichte Oberfläche über den darunter liegenden Haaren bilden.

Das gleiche Prinzip nutzen Vögel. Man kann leicht beobachten, dass alle Vögel bei Minusgraden ziemlich aufgeplustert erscheinen. Ihr Gefieder hat dann den Effekt eines Steppmantels. Nachts plustern sie sich dann noch mehr auf, bis sie zu kleinen Kugeln werden, stecken ihre Köpfchen unter den Flügel und können so in Hecken und Bäumen schlafen. Spatzen schlafen bei Schnee und Eis auch gerne unter Dachpfannen oder in Vogelhäuschen. Jede Gelegenheit, dem eisigen Wind zu entgehen, wird genutzt.

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Anders als unsere Hausschweine haben Wildschweine ein extrem festes und warmes Winterfell. Sie kommen mit eisigen Temperaturen durchaus zurecht. Die Hausschweine lieben es auch im Winter, tagsüber im Freien zu sein, aber abends suchen sie doch den Stall als wärmende und schützende Unterkunft auf. Rinder trotzen kältesten Temperaturen, aber die Milchkühe müssen wegen ihrer vom Menschen gezüchteten übergroßen Euter vor Hauterfrierungen geschützt werden. Dauerfrost ist für sie ein Grund, den Laufstall aufzusuchen. Schafe haben zum Wärmeschutz ihre Wolle, welche aber nur aus Unterhaaren besteht. Das Deckhaar fehlt bei vielen Schafrassen. Ihre Wolle ist ein Geschenk, für das die Menschen leider wenig Dankbarkeit zeigen. Anders als wir haben Tiere viele Möglichkeiten mit Kälte und Nahrungsmangel umzugehen. Viele verbringen ja auch den Winter im Winterschlaf.  Dieser kann mehr oder weniger ausgeprägt sein. Allen Ausprägungen gemein ist, dass die Körperfunktionen auf Sparflamme laufen und so Energie eingespart wird. Die im Schlaf dennoch ablaufenden Körperfunktionen werden von körpereigenen Fettreserven gespeist. Wer nicht über so eine geniale Möglichkeit verfügt, muss natürlich auch bei Eis und Schnee Nahrung finden. Futterhäuschen sind sehr beliebte Treffpunkte für verschiedenste Vogelarten. Wer bei der Winterfütterung keinen Fehler machen möchte sei das KOSMOS Buch „Vögel füttern –aber richtig“ empfohlen.

Janet Strahl

Foto: © freenanimalpix


 

Buchempfehlung:Voegel_Fuettern-aber_richtig

Titel: Vögel füttern – aber richtig

Autoren: Peter Berthold und Gabriele Mohr

Verlag: Kosmos, 85 Seiten, 2008 

ISBN: 978 3 440 11644 9

Preis: 7.95€

95 Seiten prall mit tollen Aufnahmen und Information über die bei uns lebende Vogelwelt gefüllt. Das Buch wird von der Heinz Sielmann Stiftung empfohlen. Es ist eine wichtige Hilfe bei der Entscheidung ob wann und was gefüttert werden kann.