Der Kritische Agrarbericht 2012

Der-Kritische-AgrarberichtTitel: Der kritische Agrarbericht 2012. Schwerpunkt: Zusammen arbeiten - für eine andere Landwirtschaft

Herausgeber: Abl Bauernblatt Verlag, 304 Seiten, 2012

ISBN: 987-3930413522

Preis: 22 €

Der Sieg von Vernunft und Verantwortung rückt näher

Wer verstehen will, wie die deutsche und EU-Agrarpolitik funktionieren, warum wir mit unseren Agrarüberschüssen nicht Brot für die Welt, sondern Hunger für die Welt schaffen, warum der Anbau von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen eine landwirtschaftliche Katastrophe ist, warum der vermehrte Anbau von Hülsenfrüchtlern (Leguminosen) für die Landwirtschaft der Zukunft unverzichtbar ist und warum sich Rendite und verhaltensgerechte Nutztierhaltung nicht ausschließen, der findet im Kritischen Agrarbericht 2012 wohlbegründete Antworten. Wie immer ist auch der neue Bericht rechtzeitig zur Grünen Woche erschienen. Seit 1993 veröffentlicht das AgrarBündnis e.V. (bestehend aus 23 Verbänden, unter ihnen PROVIEH) jedes Jahr einen Band. In diesem Jahr (2012) ist er dem Schwerpunkt „Zusammenarbeiten – für eine andere Landwirtschaft“ gewidmet und besteht aus 47 Beiträgen.

Mit „Zusammenarbeiten“ ist der Zusammenschluss von immer mehr Menschen, Bürgerinitiativen, Verbänden und anderen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zu Netzwerken gemeint, die mit wachsendem Erfolg gegen die verderbten Auswüchse der industriellen Landwirtschaft kämpfen. Denn die Mächtigen der Agrarindustrie setzen nur noch auf Ausbeutung von Land, Pflanze, Tier und Mensch, verstehen unter Innovation nur noch neue Formen der Ausbeutung und meinen mit der Macht des Kapitals alle Hindernisse ausräumen zu können. Aber mit ihren schädlichen Exzessen haben die Mächtigen schon längst ihr Scheitern eingeleitet und so die Bildung der genannten Netzwerken verursacht, von denen sie jetzt zunehmend gelähmt werden. Das Sehnen nach einer vernünftigen und verantwortungsvollen Landwirtschaft ist nicht mehr aufzuhalten. Spannend ist zu lesen, wie sich diese Dynamiken entwickelt haben und warum die „Innovationen“ der Agrarindustrie verheerende Schäden anrichteten und deshalb „erfolglos, aber nicht folgenlos“ sind. PROVIEH kommt zu Wort mit dem Aufsatz „Rendite – kein Freibrief für Tierquälerei“.

Sievert Lorenzen